Brotzeit Hunderte ICE-Gäste steckten in Tunnel fest
Frankfurt am Main - "Das ist absolut nicht nachvollziehbar", sagte ein Bahnsprecher am Montag. Der Mann hatte den ICE am Sonntagmittag in dem etwa einen Kilometer langen Tunnel gestoppt und war ins Bordrestaurant gegangen, um seine 20-minütige Pause zu nehmen - nur wenige Kilometer vom vorherigen Stopp im Frankfurter Flughafenbahnhof entfernt und acht Minuten vor regulärem Schichtende im Hauptbahnhof. Der Lokführer sei vom Dienst suspendiert worden, teilte die Bahn mit.
Der Zug stand noch länger im Tunnel, weil Grenzschutzbeamte die unterirdische Strecke vor dem Weiterfahren auf möglicherweise ausgestiegene Passagiere absuchen mussten. Der Lokführer hatte den ICE auf der Strecke Berlin-Nürnberg in Köln übernommen und sollte ihn bis Frankfurt steuern. "Sein Motiv ist rätselhaft", sagte der Bahnsprecher. Die Fahrgäste hätten Gutscheine erhalten, um sich wegen der Verspätung den ICE-Zuschlag erstatten zu lassen.