Bruchlandung Bringt der Voice-Recorder Klarheit?
Wien/Braunschweig - Die Piloten des Airbus der Fluggesellschaft Hapag-Lloyd, der mit 143 Passagieren auf dem Flug von Kreta nach Hannover notgelandet war, hätten bis zum Schluss geglaubt, "Wien erreichen zu können", sagte der Leiter der deutsch-österreichischen Untersuchungskommission in Wien, Günther Raicher. Zu weiteren Befragungen hätten sie sich unter Verweis auf ihre psychischen Belastungen nicht äußern wollen.
Der Flugschreiber und der Voice-Recorder, auf dem der Funkverkehr der Piloten und die Gespräche im Cockpit aufgezeichnet sind, trafen bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig ein. "Wir hoffen, nach der Auswertung des Voice-Recorders und des Flugschreibers in Braunschweig klarer zu sehen", sagte Raicher. Die Frage, ob die Tankanzeige defekt war, soll im Laufe der Untersuchungen der beschädigten Maschine geklärt werden.
Zu den Komplikationen bei dem Flug war es laut Hapag-Lloyd gekommen, weil sich nach dem Start der Maschine das Fahrgestell nicht mehr einfahren ließ. Beim Landeanflug fielen dann beide Triebwerke wegen akuten Kerosinmangels aus, so dass die Maschine 20 Kilometer im Gleitflug zurücklegen musste. Bei der Bruchlandung wurden 26 Menschen leicht verletzt.
Auf dem Flughafen Wien-Schwechat begann am Morgen die Bergung des Airbus A 310. Die Maschine sollte zunächst stabilisiert und dann zur weiteren Untersuchung in eine Werft gebracht werden, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Dort wollten Techniker und Spezialisten prüfen, ob der Airbus noch repariert werden kann. Mehrere Feuerwehren - zum Beispiel aus Graz oder Stuttgart - waren zum "Lehrausflug" nach Schwechat gereist, um die Arbeiten zu beobachten. "So einen Fall hat man nicht jeden Tag", sagte Flughafensprecher Hans Mayer.