Brühl Schilder nach Unglück heimlich entfernt?
Köln - Die Schilder seien am Tag nach dem Unfall spurlos verschwunden. Wer die Schilder mitgenommen hat, sei unklar, berichtete "Monitor" am Mittwoch.
Dem Fernsehmagazin zufolge dürfen die Züge am betroffenen Gleisabschnitt normalerweise 160 Stundenkilometer fahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn AG war die Geschwindigkeit wegen der Bauarbeiten auf dem Gleis, auf dem der Unglückszug fuhr, auf 40 Stundenkilometer begrenzt. "Monitor" zufolge haben aber dort Schilder mit Tempo 120 gestanden.
Sowohl Aussagen von Augenzeugen als auch Filmaufnahmen des WDR, die am Morgen nach dem Unglück gemacht wurden, bestätigten diese Beschilderung, teilte das Magazin mit. Das Eisenbahn-Bundesamt habe sich am Mittwoch das entsprechende Filmmaterial zur Auswertung geholt.
Der Präsident des Eisenbahn-Bundesamtes in Bonn, Horst Stuchly, sagte, man müsse allen Dingen nachgehen. Deshalb sei das Material natürlich interessant für seine Behörde. "Wir müssen uns alles anschauen und werden das entsprechend bewerten".
"Monitor" berichtet, die verschwundenen Bahnschilder hätten den Lokführer in seiner Annahme bestärken können, eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometer sei zulässig gewesen.
Der Nachtexpress D 203 Amsterdam-Basel war im Bahnhof Brühl wegen dreifach überhöhter Geschwindigkeit an einer Weiche entgleist. Dabei waren acht Menschen ums Leben gekommen.