Wal in der Ostsee: Menschenkette für sterbenden Buckelwal in der Wismarbucht - DER SPIEGEL
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Menschenkette für sterbenden Buckelwal Das letzte Geleit?

Der gestrandete Buckelwal in der Wismarbucht ist nicht mehr zu retten. Manche aber geben die Hoffnung nicht auf. Außerdem: Das Ergebnis eines Wassergutachtens ist da.
Gestrandeter Buckelwal am 11. April: Links ein Wassersprinkler, rechts eine Fontäne
Gestrandeter Buckelwal am 11. April: Links ein Wassersprinkler, rechts eine Fontäne

Gestrandeter Buckelwal am 11. April: Links ein Wassersprinkler, rechts eine Fontäne

Foto: Marcus Golejewski / dpa

Seit zwölf Tagen liegt der verletzte Buckelwal in der Wismarbucht vor der Insel Poel. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hält eine Rettung des Tieres seit Tagen für ausgeschlossen. Dennoch bildeten am Samstag etwa 150 Menschen eine Menschenkette, um für die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin.

Zudem gebe es zahlreiche Spendenaufrufe. Backhaus erklärte dazu: »Ich finde es grundsätzlich großartig, dass so viele Menschen bereit sind, dem Tier zu helfen – auch monetär.« Doch die Rettung des Wals werde nicht wegen Geldmangels aufgegeben, sondern wegen seines Gesundheitszustands, der Belastung und der fehlenden Perspektive für ihn.

Einem Reporter zufolge befindet sich das Tier seit dem 31. März etwa an der gleichen Position und gibt weiter Geräusche von sich. Demnach stößt der rund zwölf Meter lange Meeressäuger auch regelmäßig Luft aus. Aufgebaute Wassersprinkler benetzen das verletzte Tier.

Ministerium: Keine Gefahr für Umwelt

Wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns mitteilte, geht von dem sterbenden Tier keine Gefahr für die Umwelt oder öffentliche Gesundheit aus. Aktuellen Erkenntnissen zufolge hat der gestrandete Buckelwal keinen Einfluss auf die Wasserqualität in der Wismarbucht.

Das Landesamt für Gesundheit war beauftragt worden, den Zustand des Wassers in der Nähe des Tieres zu untersuchen. »Die Proben wurden ausgewertet, und ich kann sagen, dass das Wasser bei dem Wal Badewasserqualität hat«, sagte der zuständige Minister Backhaus in einer Pressemitteilung . Demnach wurden keine Grenzwerte überschritten.

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Die letzten Rettungsversuche für den Buckelwal wurden am 1. April eingestellt. Seitdem wird das Tier rund um die Uhr von Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr begleitet. Weitere Rettungsversuche sind aufgrund des schlechten Gesundheitszustands des Wals nicht geplant. Man wolle das Tier jetzt »in Frieden gehen lassen«, so Backhaus.

Inzwischen reagiert der Wal nicht mehr auf Boote. Fachleute deuten dies als Zeichen für den Sterbeprozess.

Behörden gehen gegen Falschmeldungen vor

Um Falschmeldungen rund um das gestrandete Tier vorzubeugen, beantwortet das Umweltministerium inzwischen auf seiner Internetseite  die am häufigsten gestellten Fragen. »Am Ende werden wir nicht alle Verschwörungstheorien aufnehmen und widerlegen können«, erklärte der Umweltminister. Dennoch werde die Seite fortgeschrieben, wenn es erforderlich sei.

Zudem beklagt Backhaus, dass die Helfer der Polizei und Feuerwehr mit Schmähungen und Drohungen zu kämpfen haben. »Ich würde mir wünschen, dass diese Leistung öffentlich gewürdigt würde.« Der Umgang mit den Einsatzkräften vor Ort sei demnach nicht hinnehmbar. Zukünftig werden die zuständigen Behörden gegen strafrechtlich relevante Vorgänge vorgehen, teilte der Minister mit.

irb/dpa