Burma: Ausländische Helfer erreichen Todeszone - DER SPIEGEL
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Burma Ausländische Helfer erreichen Todeszone

Mehr als drei Wochen hat es gedauert, doch nun ist es offenbar endlich soweit: Erstmals sind größere Gruppen ausländischer Helfer ins Katastrophengebiet gelangt. Sie trafen auf hungernde und flehende Menschen.
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Rangun - Die Helfer passierten am Montag auf dem Weg ins Irrawaddy-Delta zahlreiche Straßenkontrollen und wurden entlang ihrer Route am Straßenrand von Tausenden Menschen erwartet, die um Nahrung bettelten. Die Polizei untersagte den Helfern, den Notleidenden etwas zu geben. "Wir fahren heute los und probieren aus, wie weit wir kommen", sagte der Vertreter einer großen westlichen Hilfsorganisation kurz vor der Abfahrt seines Teams.

Die Militärjunta hatte am Freitag Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zugesagt, alle ausländischen Helfer ins Katastrophengebiet zu lassen. Zuvor hatte sie darauf gepocht, die Hilfen selbst oder über asiatische Nachbarstaaten zu verteilen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen warten im Delta rund 2,4 Millionen Menschen auf Unterstützung. Offiziellen Angaben zufolge wurden 134.000 Menschen bei dem Sturm am 2. Mai getötet oder werden seither vermisst.

"Werft uns einfach etwas zu", riefen zahlreiche Kinder vom Straßenrand aus den Helfern zu, die gen Süden unterwegs waren. Die Polizei hatte den Ausländern jedoch strikte Anweisungen mit auf den Weg gegeben: "Fahren Sie direkt zu ihrem Ziel. Werfen sie nichts aus ihrem Auto heraus. Halten Sie sich an ihre eigenen Leute", sagten Polizisten an einer Straßenkontrolle vor der weitgehend zerstörten Stadt Bogalay. Die Menschen würden nur betteln.

Viele Dörfer im Katastrophengebiet haben noch keine Hilfe erhalten. Die Wasserstraßen des früheren Reisanbaugebiets sind voller Tierkadaver und Leichen, die entweder auf groteske Weise aufgebläht sind oder bis auf die Knochen verwest. Der Geruch des Todes hängt in der Luft. Fliegenschwärme plagen Mensch und Tier.

Bei einer Geberkonferenz haben internationale Staaten am Sonntag 50 Millionen Dollar zugesagt. Große Teile davon sollen aber nur fließen, wenn der Zugang ausländischer Experten zum Delta gewährleistet ist.

Die Hilfsgelder gingen nicht an die Militär-Regierung in Rangun, versicherte Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, der an der Geberkonferenz teilgenommen hat. Zudem zeigte er sich in einem Interview des Deutschlandfunks zuversichtlich, dass den Opfern im Delta nun endlich wirksam geholfen werden könne.

Die von den Militärmachthabern ausgearbeitete Verfassung soll nach Berichten staatlicher Medien im Katastrophengebiet mit 92,48 Prozent angenommen worden sein. Die Wahlbeteiligung habe bei 98,1 Prozent gelegen, hieß es. Die Volksabstimmung war in Rangun und dem Irrawaddy-Delta um zwei Wochen auf Samstag verschoben worden.

Durch das als "Fahrplan zur Demokratie" bezeichnete Referendum sollen der Junta zufolge bis 2010 Wahlen abgehalten und ein Mehrparteiensystem geschaffen werden. Die Opposition sieht darin aber lediglich den Versuch des Militärs, seine 46-jährige Herrschaft weiter zu legitimieren.

jdl/AFP