Burma Junta lässt Uno-Helikopter ins Land
Rangun - Es ist der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein: Für gerade einmal neun Hilfsflüge erteilte die Militärregierung in dem von Wirbelsturm "Nargis" verheerten Burma ihre Erlaubnis. Das Welternährungsprogramm (WFP) darf nach langem Widerstand der Militärjunta jetzt Uno-Hubschrauber ins Land bringen.
Damit sollen die Zyklon-Opfer in abgelegenen Teilen des Irrawaddy-Deltas besser mit Hilfsgütern versorgt werden, sagte WFP- Sprecher Paul Risley am Mittwoch in Bangkok. "Die Zusage gibt es seit Dienstag, aber wir waren bislang noch nicht in der Lage, mit den Behörden die Entsendung der Wartungstechniker auszuhandeln oder die genauen Einsatzorte." Der erste Hubschrauber soll Donnerstag eintreffen, weitere neun in den folgenden Tagen.
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich am Dienstag in New York vorsichtig optimistisch. Kurz vor seiner Abreise in die Katastrophenregion sagte er: "Ich bin zuversichtlich, dass die Bemühungen um Nothilfe schnell ausgeweitet werden können." Er gehe davon aus, dass auch die Erteilung von Visa für ausländische Helfer beschleunigt werde, so Ban, der am Donnerstag in Burma erwartet wird.
US-Militärschiffen und Hubschraubern verweigert die Junta allerdings weiterhin die Erlaubnis, Opfer mit Hilfsgütern zu versorgen. Das Hilfsangebot sei an "nicht akzeptable Bedingungen" geknüpft, berichtete die staatliche Zeitung "New Light of Myanmar" am Mittwoch. "Wir können uns selbst helfen." Der US-Botschafter in Thailand, Eric John, hatte dagegen versichert, die Hilfe werde "ohne Bedingungen" erfolgen. Auch das französische Marineschiff "Mistral" kreuzt weiter mit tausend Tonnen Hilfsgüter an Bord vor der burmesischen Küste.
Die amerikanischen Streitkräfte haben mehrere Hubschrauber auf Kriegsschiffen vor der Küste Birmas und Thailands bereitgestellt. Von Thailand aus flogen die Vereinigten Staaten bereits fünf Mal mit Frachtmaschinen vom Typ C-130 Hercules in die burmesische Hauptstadt Rangun. Die notleidenden Menschen im Irrawaddy-Delta sind von dort aber nur schwer zu erreichen.
Nach Uno-Schätzungen brauchen nach dem Zyklon "Nargis" vor zweieinhalb Wochen mindestens 1,4 Millionen Menschen dringend Hilfe. Von den 2,4 Millionen Zyklon-Opfern seien bislang nur 500.000 erreicht worden, erklärten die Uno. Die offizielle Zahl der Opfer liegt bei 78.000. Zusätzlich werden 56.000 Menschen vermisst.
Die wirtschaftlichen Schäden gibt die Militärregierung mit mehr als zehn Milliarden Dollar an.
ala/dpa/AP/AFP