Buschfeuer bei Los Alamos Experte warnt vor schlecht geschütztem Atommüll
Bedrohliche Kulisse: Flammen lodern über dem Atomlabor Los Alamos
Foto: Craig Fritz/ ReutersWashington - Das Buschfeuer nahe des Atomlabors Los Alamos im US-Staat New Mexico hat bis zum Dienstag tausende Menschen in die Flucht getrieben. Nachdem die Behörden die Bewohner der nahe gelegenen Orte Los Alamos und White Rock aufgefordert hatten, sich vorsichtshalber in Sicherheit zu bringen, bildeten sich auf Ausfallstraßen lange Staus, meldete der Nachrichtensender ABC.
Das abgelegene Kernforschungszentrum, in dem einst die erste Atombombe der Welt entwickelt wurde, blieb am Dienstag geschlossen. Der Brand hatte sich dem ausgedehnten Gelände bis auf knapp 1,5 Kilometer genähert. In einer der äußersten Ecken der riesigen Anlage soll laut CNN schon ein Feuer gelodert haben. Nach Angaben der Behörden besteht keine Gefahr. "Alles radioaktive und gefährliche Material" sei gesichert.
ABC zitiert hingegen einen ehemaligen Top-Sicherheitsbeamten, nach dessen Angaben radioaktive Abfälle nur knapp fünf Kilometer von den Flammen entfernt gelagert sein sollen. "Wenn das Feuer dorthin kommt, besteht die Gefahr eines größeren Unheils", sagte Glen Walp dem Sender.
Walp ist Autor des Buches "Implosion at Los Alamos", das 2007 erschien. Er war nach Verlagsangaben von staatlicher Stelle beauftragt worden, Missmanagement und Verstößen gegen Sicherheitsbestimmungen nachzugehen. Mit einem Kollegen deckte er eine Reihe von Problemen auf. Beide wurden später gefeuert, da sie Informationen an die Öffentlichkeit gegeben hatten.
Auf dem Gelände von Los Alamos seien rund 20.000 Fässer mit radioaktivem Müll gelagert, sagte Walp ABC. "Sie stehen nicht in einem massiven Gebäude aus Beton, Ziegeln und Mörtel, sondern in einer Fabrikhalle, die ein Feuer leicht verschlingen kann."
Der Sprecher des Labors, Steve Sandoval, konnte nicht sagen, was passieren würde, sollte das Feuer die Fässer erreichen. "Leider kann ich nichts anderes Antworten, als dass das Material gut geschützt ist", so Sandoval. Das Feuer stelle nur eine kleine Gefahr dar.