Busfahrer im 20-Stunden-Einsatz: "Völlig fix und fertig" - DER SPIEGEL
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Busfahrer im 20-Stunden-Einsatz "Völlig fix und fertig"

Die Bilder der tödlichen Busunglücke in Frankreich und Ungarn sind noch in den Köpfen. Jetzt werden Busreisende und ihre Angehörigen sensibler - zu Recht, wie es scheint. In Süddeutschland zog die Polizei einen Busfahrer aus dem Verkehr, der völlig übermüdet am Steuer saß.
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Berlin/Rothenburg - Rechtzeitig vor einer Klassenfahrt mit rund 60 Grundschülern ist in Berlin ein Reisebus wegen zahlreicher Mängel aus dem Verkehr gezogen worden. Wie die Polizei mitteilte, war einer besorgten Mutter das Aussehen des Busses suspekt vorgekommen. Sie bat die Polizei um nähere Überprüfung des Fahrzeugs.

Die Beamten stellten fest, dass die Bremsanlage schon im Stand zu viel Luft verlor, der Unterboden durchgerostet war und zudem Nothämmer und die Kennzeichnung der Notausgänge fehlten. Außerdem hatte der 50-jährige Fahrer und gleichzeitig Halter des Reisebusses die Genehmigung zur Personenbeförderung nicht bei sich.

Beim angeforderten Ersatzbus einer anderen Firma, der nach eineinhalb Stunden eintraf, fehlten die Hinweisschilder auf die Notausstiege. Dafür setzte es eine Anzeige; die Kinder konnten aber ihre Klassenfahrt mit Verspätung antreten.

Auch in einem anderen Fall musste die Polizei einschreiten. Sie zog in der Nähe des Bayrischen Rothenburg ob der Tauber einen völlig übermüdeten Busfahrer aus dem Verkehr. Ein Fahrgast alarmierte die Beamten gegen vier Uhr morgens an einer Raststätte auf der A7. Der Fahrer startete den Angaben zufolge am Montagmorgen um 8 Uhr in der Toskana und legte außer einigen kurzen Stopps bis zur Nacht auf Dienstag nur eine Pause von zwei Stunden ein.

Der 26-jährige Fahrer einer Erfurter Reisegesellschaft sei "völlig fix und fertig" gewesen. Die Polizisten verordneten ihm eine Zwangspause von acht Stunden - das vorgeschriebene Mindestmaß. Wie die Polizei mitteilte, werde nun sowohl gegen den Busfahrer als auch gegen den Busunternehmer ermittelt.