Busunglück in Spanien Mindestens 27 Tote
Soria - Insgesamt 13 Personen wurden schwer verletzt, befanden sich nach Angaben der Ärzte aber am Freitagmorgen nicht mehr in Lebensgefahr. Wie die Polizei mitteilte, stieß der Bus in der Nähe von Soria frontal mit einem voll beladenen Viehtransporter zusammen, überschlug sich mehrmals und stürzte eine sechs Meter tiefe Böschung hinunter.
Der mit Schweinen beladene Viehtransporter war nach ersten Ermittlungen auf der kurvenreichen Strecke auf die Gegenfahrbahn geraten. Als Ursache vermutet die Polizei überhöhte Geschwindigkeit oder Bremsversagen. Gewissheit wird es aber erst nach einer genauen Untersuchung geben. Unter den Toten sind nach neuesten Angaben der Behörden auch der Fahrer des Lkw und der des Busses. Dessen mitreisende Frau überlebte und gilt nun als wichtige Zeugin zur Aufklärung des Unglücks.
In dem Bus waren insgesamt 38 Menschen unterwegs, darunter zwei polnische Betreuer und mindestens ein Lehrer. Die Schüler kamen aus zwei kirchlichen Schulen bei Barcelona und waren auf dem Weg in ein Ferienlager nahe Burgos. Der Unfall passierte etwa 100 Kilometer vor dem Reiseziel. Das Busunternehmen erklärte, das Fahrzeug sei erst im Dezember zugelassen worden und habe alle Sicherheitsstandards erfüllt.
Die rund 150 Helfer am Unglücksort berichteten von schrecklichen Bildern. Wegen der Wucht des Zusammenstoßes sei der Bus wie eine Ziehharmonika zusammengedrückt worden. 22 der Opfer waren auf der Stelle tot, die Überlebenden waren eingeklemmt und mussten mit schwerem Gerät befreit werden. "Wir fühlten uns so ohnmächtig, denn wir konnten für die meisten nichts mehr tun", sagte ein Polizist.
Die Toten wurden in dem Fußballstadion von Soria aufgebahrt, weil die Leichenhalle des örtlichen Krankenhaus nicht groß genug war. In der Nacht trafen die verzweifelten Angehörigen in der Sportarena ein, um die Opfer zu identifizieren. Bis dahin waren die Eltern im Ungewissen, ob ihre Kinder überlebt hatten oder nicht. Die Familien werden von Psychologen und Seelsorgern betreut.
In Kastilien-Leon und Katalonien wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.