Casanova Berlusconi "Ich nannte ihn Papi"
Noemi: Es sei leicht zu erkennen, dass sie nicht der Grund für Berlusconis Scheidung sei
Foto: FRANCO CASTANO'/ APRom - Nach monatelangen Diskussionen über die angebliche Affäre des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi mit einer minderjährigen Schülerin hat sich das Mädchen nun im Fernsehen zu den Vorwürfen geäußert. "Heute ist es alles ein riesiger Skandal, aber die Realität sieht anders aus", erklärte die heute 18-jährige Noemi in einem Interview, das am Sonntagabend von dem italienischen Sender Sky TG24 ausgestrahlt wurde. Es sei für alle leicht zu erkennen, dass sie nicht der Grund für das Scheitern der Ehe des 72- jährigen Regierungschefs sei.
"Ich will diese Fehlinformationen aus dem Weg räumen", erklärte die langbeinige blonde Neapolitanerin. Sie kenne Berlusconi, seit sie denken könne. Bei dem Ehekrach des als Casanova bekannten Ministerpräsidenten handele es sich jedoch um familiäre Probleme. Zu dem pikanten Spitznamen "Papi", mit dem sie den italienischen Regierungschef bedacht hatte, meinte Noemi, sie sei eben "so süß" und würde allen immer Spitznamen geben.
Die "Bombe Noemi" war Anfang Mai in den Medien geplatzt: So hatte die 53-jährige Berlusconi-Gattin, Veronica Lario, ihrem Gatten über eine römische Tageszeitung nach fast 20 Jahren Ehe öffentlich die Scheidung angekündigt. Ein Überraschungsbesuch des vielfachen Vaters und Großvaters Berlusconi bei der 18. Geburtstagsfeier der blonden Neapolitanerin und seine Lügen dazu hätten das Fass zum Überlaufen gebracht, schreibt Lario in ihrer jetzt aktualisierten Biografie "Tendenza Veronica", die Ende August in den Buchhandel kam. Berlusconi selbst räumte wiederholt ein, "kein Heiliger" zu sein, aber beteuert, keine Beziehung zu Minderjährigen gehabt oder jemals für Sex bezahlt zu haben.
Laut der italienischen Zeitung "La Repubblica" soll Berlusconi das Mädchen nicht über einen Freund der Familie kennen gelernt haben, sondern von sich aus Kontakt zu ihr gesucht haben, nachdem er Fotos von ihr auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters gesehen hatte. Die Medienberichte über eine mögliche Affäre bezeichnet Berlusconi als Kampagne seiner politischen Gegner.