Chaos auf Phuket Killerflut im Urlaubsparadies
Phuket - "Plötzlich kam diese riesige Welle, stürzt sich über den ganzen Strand und zerstört alles auf ihrem Weg", sagt der 29-jährige Fotograf Simon Clark aus London, der mit seiner vier Jahre jüngeren Freundin Urlaub auf der Insel Ngai macht. "Die Leute, die am Schnorcheln waren, wurden an den Strand gespült. Und wer beim Sonnenbaden war, wurde ins Meer gezogen."
Die reißende See verschlingt Bungalows und Boote. Autos werden wie Spielzeuge umgeworfen und weggerissen. Mindestens 168 Menschen kommen in Thailand in den fünf bis zehn Meter hohen Wellen ums Leben, mehr als 1900 werden verletzt. Mit am schwersten verwüstet ist auf Phuket der Strand von Patong, wo mindestens 32 Menschen ums Leben kommen und 500 verletzt werden. Mit einer Sehnenzerrung kommt die 22 Jahre alte Natalia Moyano aus Sydney davon. "Das Wasser stieg immer höher", beschreibt sie die Augenblicke des Schreckens. "Erst langsam, dann aber ging es sehr plötzlich hoch. Ich versuchte, über einen Zaun zu springen, aber er stürzte ein."
Noch katastrophaler wütet die Flutkatastrophe - ausgelöst von einem Seebeben der Stärke 8,9 unter dem Meeresgrund vor Sumatra - in Sri Lanka und Indien. Insgesamt verlieren an diesem Sonntag mehrere tausend Menschen ihr Leben. In Thailand hätte die Bilanz weit schlimmer ausfallen können, da die Katastrophe das Land auf dem Höhepunkt der Feriensaison ereilt. Aber viele Touristen sind zum Zeitpunkt der Flut noch beim Frühstück. Andere werden von lauten Rufen und Schreien aus dem Schlaf geweckt.
"Zuerst hörten wir nur einen sehr lauten Knall", sagt Gerrard Donnelly im Holiday Inn von Phuket dem britischen Fernsehsender Sky. "Dann ging meine Frau Emily auf den Balkon. Wir glaubten zuerst an einen Terroranschlag, aber dann kam die Welle und wir liefen immer weiter nach oben, um so hoch wie möglich zu kommen."
Auf Phi Phi, wo der Psychothriller "The Beach" mit Leonardo di Caprio gedreht wurde, werden 200 Bungalows ins Meer gespült - einige davon zusammen mit Bewohnern und Angestellten. "Ich fürchte, dass eine große Zahl von Ausländern auf See vermisst wird und auch mein Personal", sagt der Besitzer der Ferien-Resorts PP Princess und PP Charlie Beach, Chan Marongtaechar.
Seine Angestellten haben ihm gesagt, dass sie jetzt ganz schnell von der Insel weg wollten. Aber dafür ist die See noch viel zu rau. Von Sutin Wannabovorn, AP