Cheers Großbritannien kappt Sperrstunde
London - Staatssekretär Mike O'Brian verkündete die freudige Botschaft in der Londoner Kneipe "The Paxton's Head". Das Vorhaben, der bereits im vergangenen Jahr angekündigt worden war, solle nun Gesetz werden, sagte er. Die Verordnungen zur Vergabe von Gaststättenlizenzen seien altmodisch, kompliziert und bedürften dringend einer gründlichen Überarbeitung.
"Die Reformen werden den Gaststätten neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, den Verbrauchern eine größere Auswahl bieten und den Anwohnern mehr Sicherheit verschaffen", sagte O'Brian. Wann der Gesetzesvorschlag dem Parlament vorgelegt werden soll, sagte er nicht.
Nach der Wahl kann gebechert werden
Wahrscheinlich wird die Sperrstunde erst nach der Parlamentswahl fallen, die vermutlich im Juni stattfindet. Eingeführt wurde die Sperrstunde im Ersten Weltkrieg, um zu verhindern, dass die Arbeiter der Munitionsfabriken betrunken zum Dienst erschienen. Polizei und Gastwirte machen die frühe Sperrstunde für Trinkgelage verantwortlich, weil um 23 Uhr die letzte Bestellung angenommen wird.
O'Brian erklärte, die Regierung wolle mit der neuen Gaststättenverordnung eine vernünftigere Kneipenkultur wie in anderen europäischen Ländern anstoßen. Es sei schon zu lange Tradition, dass Betrunkene nach der Sperrstunde auf die Straßen strömten und Probleme verursachten. Nach dem Regierungsvorschlag sollen Gastwirtschaften und Restaurants eine Ausweitung ihrer Sperrstunden beantragen. Auch Kinder dürfen dann lizenzierte Lokale betreten, in denen Alkohol ausgeschenkt wird; der Verkauf von Alkohol an Minderjährige bleibt aber verboten. Die Veränderungen betreffen etwa 140.000 Gaststätten in England und Wales. In Schottland sind bereits längere Öffnungszeiten üblich.