Chicago: Wäschesäcke blockierten Flucht aus Todes-Disco - DER SPIEGEL
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Chicago Wäschesäcke blockierten Flucht aus Todes-Disco

In der Chicagoer Discothek "E2" ist offenbar massiv gegen Sicherheitsbestimmungen verstoßen worden. Bei einem Feuer in dem Tanzlokal waren mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen.
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Chicago – Die Discothek hatte angeblich seit mehreren Monaten keine Betriebserlaubnis mehr. "Der Besitzer weiß verdammt genau, dass er diese Einrichtung im ersten Stock nicht öffnen darf", sagte Feuerwehrchef James Joyce. Brandschutzinspektoren hätten im Oktober das Restaurant "Epitome" überprüft, das sich im Erdgeschoss des betreffenden Gebäudes befindet. Den Klub "E2" im ersten Stock hätten sie nicht besichtigt, weil sie keinerlei Anlass gehabt hätten anzunehmen, er sei geöffnet.

Bei der Stadtverwaltung von Chicago hieß es, ein Richter habe bereits im Juli 2002 wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen die Schließung des Klubs angeordnet. Dem widersprach jedoch Andre Grant, ein Anwalt des Klubbesitzers. Die Stadt habe sehr wohl gewusst, dass die Disco geöffnet sei. Beide Seiten hätten sich damals darauf geeinigt, dass nur ein Teil des ersten Stockes geschlossen werde. Die städtischen Behörden seien sogar mehrfach gebeten worden zu helfen, den Besucheransturm zu bewältigen. Für den Klub wird im Internet und mit Prospekten geworben.

Die Räumlichkeiten seien für Montagabend an eine private Promotion-Firma vermietet worden. Diese hätten zusätzlich zu den zehn Wachleuten des Nachtklubbesitzers 18 Sicherheitsbeamte eingesetzt. Einer von ihnen habe das Reizgas, das die Massenpanik auslöste, benutzt.

Hunderte Menschen waren auf der Flucht vor dem Gas die Treppe vom ersten Stock ins Erdgeschoss heruntergelaufen - auf der Suche nach einem Ausgang. Dabei waren viele Menschen totgetrampelt worden beziehungsweise erstickt. 57 Personen erlitten Verletzungen. Andere Fluchtwege soll es nicht in ausreichender Zahl gegeben haben, einige sollen durch Wäschesäcke blockiert gewesen sein. In dem Klub befanden sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls rund 500 Gäste - zunächst war von 1500 Besuchern die Rede gewesen.