Chile Neues Erdbeben am Gedenktag der Katastrophe
Gedenken in Chile: "Das Jahr 2010 war ein sehr hartes"
Foto: Sebastián Martinez/ APConcepción - Sie zündeten Kerzen an und sprachen Gebete, ließen Blumen und Schwimmkerzen ins Wasser: Tausende Chilenen haben am Sonntag des Erdbebens vor einem Jahr mit mehr als 500 Toten gedacht. Die größte öffentliche Gedenkfeier fand in der Stadt Constitución statt, die damals schwer von dem getroffen worden war.
Zur exakten Zeit des Bebens und des anschließenden Tsunamis legten die Menschen eine Schweigeminute ein. Am Abend erschütterte ein neues Beben der Stärke 6,0 die Region im Zentrum des Landes, verletzt wurde aber niemand.
"Das Jahr 2010 war ein sehr hartes, das wir nie vergessen werden", sagte der chilenische Präsident Sebastián Piñera in Constitución. Das Beben der Stärke 8,8 hatte am 27. Februar 2010 das Zentrum und den Süden Chiles erschüttert, insgesamt 524 Menschen starben.
Während der Kundgebungen und Gedenkfeiern kritisierten Bürger das Tempo der Aufbauarbeiten. In Concepción, das am schwersten zerstört wurde, protestierten rund 2000 Menschen und beklagten, dass der Wiederaufbau zu langsam fortschreite. Noch immer leben mehr als 4000 Menschen in Notunterkünften. Von den etwa 220.000 zerstörten Häusern wurden bisher rund 60 Prozent wieder aufgebaut.