China: 20 Kumpel bei Grubenunglück gestorben - DER SPIEGEL
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China 20 Kumpel bei Grubenunglück gestorben

Die chinesischen Bergwerke gelten als die gefährlichsten der Welt: In der Kohlemine der staatlichen Firma China Power sind bei einem Unglück nun mindestens 20 Bergleute gestorben. 17 Kumpel sind noch in der Mine in der zentralchinesischen Provinz Henan eingeschlossen, die Rettung läuft an.
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Peking / Yuzhou - Bei einem Unglück in einem Kohlebergwerk im zentralchinesischen Yuzhou sind am Samstagmorgen mindestens 20 Bergleute getötet worden. Weitere 17 seien nach einer Gasexplosion vermutlich unter Tage eingeschlossen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Das Unglück habe sich gegen 6 Uhr Ortszeit ereignet, als gerade 276 Arbeiter in der Mine arbeiteten, so die staatliche Agentur. Das Kohlebergwerk liegt in der Provinz Henan und gehört dem staatlichen Unternehmen China Power und einer weiteren Firma. Rettungsarbeiten sind angelaufen.

Die rund 16.000 chinesischen Bergwerke gelten als die gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr sterben Tausende Bergleute bei Unfällen, allein 2009 waren es nach offiziellen Zahlen mehr als 2600 Kumpel. Es ist davon auszugehen, dass tatsächlich mehr Bergleute sterben als offiziell angegeben. Am Freitag hatte die Regierung eine landesweite Inspektion der Bergwerke angekündigt. Die zehntägige Prüfung soll demnach Ende Oktober stattfinden.

Erst am Mittwoch waren unter großer internationaler Anteilnahme 33 chilenische Bergleute nach mehr als zwei Monaten in 700 Metern Tiefe gerettet worden. In chinesischen Internetchatrooms war nach der spektakulären Rettung am Mittwoch Kritik an den Sicherheitsstandards in chinesischen Bergwerken laut geworden. Auch einige staatliche Medien kommentierten, China solle vom besseren Ausbildungs- und Sicherheitssystem in Chile lernen.

Ursachen für die Unglücksfälle in China sind meist rückständige Ausrüstung, mangelnde Aufsicht der Sicherheitsbehörden und Vetternwirtschaft zwischen Betreibern und örtlichen Behörden. Die Regierung verschärfte in den vergangenen Jahren zwar die Sicherheitsvorschriften. Es gibt aber immer noch zahlreiche illegale Minen, in denen die Regeln missachtet werden. Das Boom-Land China deckt seinen großen Energiebedarf zu rund 70 Prozent durch Kohle.

Bei einem der schwersten Bergwerksunglücke in China starben im November 2009 bei einer Explosion in einer Grube in der Provinz Heilongjiang mehr als hundert Bergarbeiter. Immer wieder nehmen die Unfälle aber auch ein glimpfliches Ende: Im April waren nach einem schweren Grubenunglück in Nordchina 115 Bergleute acht Tage später lebend geborgen worden. Wie die Rettung der 33 chilenischen Bergleute in der Atacama-Wüste war auch die Rettung der 115 chinesischen Bergarbeiter damals als "Wunder" gefeiert worden. Einige hatten gegen ihren Hunger Baumrinde, Sägemehl und sogar Kohle gegessen.

cht/dpa/AFP