China 69 Bergleute in Kohlegrube verschüttet
Peking - Das Unglück passierte bereits vor zwei Tagen in der Zhijian-Grube in der Provinz Henan, als 102 Kumpel unter Tage waren. Nach schweren Regenfällen sei Hochwasser durch eine nahe gelegene Aluminium-Grube und einen alten Schacht in das Kohlebergwerk eingedrungen, berichteten die Bergungskräfte.
"Die wichtigste Aufgabe ist jetzt, alles zu versuchen, um das Wasser herauszupumpen", sagte ein Funktionär. Es werde ferner versucht, Luft in die Schachtanlage zu pumpen und Löcher vom Boden in die Schächte zu bohren, um Eingeschlossene mit Sauerstoff zu versorgen.
Die ergiebigsten Regenfälle der vergangenen Jahre haben im Süden und Osten Chinas zu einer Flutkatastrophe geführt, bei der bereits 650 Menschen ums Leben kamen. Auch die Rettungsarbeiten in der Zhijian-Grube sind durch die Witterungsverhältnisse beeinträchtigt. Erdrutsche behindern die Zufahrt zu dem Bergwerk, Regen und Nebel erschwerten die Heranschaffung von Bergungsmaterial.
Die 1958 gebaute staatliche Grube ist für eine Förderleistung von 210.000 Tonnen im Jahr zugelassen, produzierte jedoch mit 300.000 Tonnen über ihrer Kapazität.
Chinas Bergwerke gelten als die unsichersten der Welt. Im vergangenen Jahr kamen dort bei Unfällen und Unglücken mehr als 4700 Menschen ums Leben - im Durchschnitt dreizehn pro Tag.
Schuld sind meist veraltete Ausrüstung, schlechte Sicherheitssysteme, fehlende Kontrollen durch Vetternwirtschaft zwischen Bergwerksbesitzern und Funktionären.
pad/AP/dpa/Reuters