China: Abfluss für Erdbeben-Stausee fertiggestellt - DER SPIEGEL
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China Abfluss für Erdbeben-Stausee fertiggestellt

Erleichterung und Entsetzen in China: Während in der Provinz Sichuan eine Abflussrinne für den bedrohlich anschwellenden Tangjiashan-Stausee freigegeben wurde, suchen Retter in der Stadt Yingxiu nach 14 Vermissten: Sie waren bei einem Hubschrauberhilfseinsatz abgestürzt.
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Beichuan - Tagelang schufteten Hunderte Soldaten, um einen Abfluss für den Tangjiashan-Stausee in der Erdbeben-Provinz Sichuan zu graben. Jetzt ist die Rinne fertiggestellt - das durch massive Erdrutsche angestaute Wasser des Flusses Fu kann endlich über eine zehn Meter breite Öffnung und einen 475 Meter langen Kanal abfließen.

Nach heftigen Regenfällen steigt der Wasserpegel derzeit täglich um 1,6 Meter, lag am Samstag aber noch sieben Meter unter der niedrigsten Stelle des Dammes. Die Gefahr von Überschwemmungen ist jedoch nicht restlos gebannt: In der Katastrophenregion gibt es noch mehr als 30 Flüsse, die durch Erdrutsche aufgestaut wurden.

Aus Angst vor Überflutungen hatten die Behörden in den vergangenen Tagen fast 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Notfallplänen zufolge hätten weitere 1,3 Millionen Menschen das Gebiet verlassen müssen. Bei dem Beben kamen nach offiziellen Angaben mehr als 68.000 Menschen ums Leben, knapp 18.000 Menschen werden noch vermisst.

Erdbebenopfer stürzen mit Helikopter ab

Nahe der Stadt Yingxiu in der Provinz Sichuan ereignete sich am Sonntag ein tragisches Unglück: Hier stürzte ein Militärhubschrauber mit 14 Menschen an Bord bei einem Hilfseinsatz ab. Über das Schicksal der zehn Verletzten und vier Besatzungsmitglieder an Bord war zunächst nichts bekannt. Rettungstruppen seien vor Ort, hieß es. Starke Turbulenzen und Nebel in der Bergregion sollen der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge zu dem Unglück geführt haben.

Ein Baby namens "China-Deutschland"

Aber auch gute Nachrichten sind zu vermelden: Das Deutsche Rote Kreuz berichtete, dass mitten auf einer gesperrten Autobahn in einem mobilen Krankenhaus ein Baby geboren wurde. Sein Name: China-Deutschland. Am Samstag, 10.50 Uhr, sei der kleine Zhong-De Fang im DRK-Krankenhaus in der Stadt Dujiangyan per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Mutter und Kind gehe es gut, hieß es.

Dabei scheint der Strom der Patienten nicht abzureißen. "Bisher haben mehr als 3000 Patienten hier eine Behandlung erhalten." Mit inzwischen mehr als 500 Patienten pro Tag behandle das Krankenhaus etwa doppelt so viele Patienten wie ursprünglich geplant.

Die Stadt Dujiangyan hat 400.000 Einwohner und ist vom Erdbeben am 12. Mai schwer betroffen. Am Freitag besuchten der chinesische Gesundheitsminister Chen Zhu und der chinesische Außenminister Yang Jiechi das Krankenhaus.

ala/Reuters/AFP