China Erkrankten Sars-Patienten droht Todesstrafe
Toronto - Das Oberste Gericht Chinas und der Generalstaatsanwalt veröffentlichten am Donnerstag einen drakonischen Strafenkatalog. Darin heißt es, wer "absichtlich die ansteckende Krankheit verbreitet", müsse mit Haft von zehn Jahren bis lebenslang oder gar der Todesstrafe rechnen, wenn er damit die öffentliche Sicherheit gefährde, sich der schweren Körperverletzung möglicherweise mit Todesfolge schuldig mache oder sonstigen schweren Schaden anrichte.
Sars-Patienten oder Verdachtsfälle, die sich der medizinischen Untersuchung, Quarantäne oder Behandlung widersetzten und damit eine weitere Ausbreitung verursachten, so dass die öffentliche Sicherheit gefährdet werde, müssten mit drei bis sieben Jahren Haft rechnen.
Bis zu fünf Jahren Gefängnis drohen Menschen, die gegen geplante Quarantäneeinrichtungen protestieren. Auch wer Gerüchte verbreite, müsse mit Haft bis zu fünf Jahren rechnen, hieß es weiter.
Landesweit (ohne Hongkong) zählt China derzeit 5163 Sars-Fälle und 271 Tote. Weltweit registrierte die WHO bis Mittwochabend 7628 Fälle und 587 Tote.
Das kanadische Toronto, das am stärksten betroffene Gebiet außerhalb Chinas, gehört nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht mehr zu den Sars- Verbreitungsgebieten. Zu dieser Meinung gelangten die WHO-Experten am Mittwochabend.
Zuletzt hatte sich dort am 20. April ein Mensch mit dem Schweren Atemwegssyndrom angesteckt. Das Sars-Virus hat in Kanada seit Beginn der Epidemie im März 24 Menschen das Leben gekostet.
Die Gesundheitsbehörden begrüßten die Entscheidung der WHO und sahen damit ihr Vorgehen gegen die Krankheit bestätigt.