China: Gelber Fluss wird zum Rinnsal - DER SPIEGEL
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China Gelber Fluss wird zum Rinnsal

Früher war er für seine Überflutungen gefürchtet, nun geht dem Gelben Fluss das Wasser aus. Der Pegel von Chinas zweitlängstem Strom ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Wasserkraftwerke können nur noch eingeschränkt arbeiten.
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Peking - Ursache für den niedrigen Wasserstand des Gelben Flusses (Huanghe) seien das heiße Wetter und geringe Regenmengen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua heute. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres habe es nur ein Drittel des durchschnittlichen Niederschlags eines normalen Jahres gegeben.

Der Gelbe Fluss versorgt etwa 150 Millionen Menschen und 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes mit Wasser. Fast zwei Drittel des Wassers werde für Industrie und Bewohner genutzt, sagte der Chef des zuständigen Komitees, Li Guoying. Internationale Standards empfehlen hingegen eine Entnahme von maximal 40 Prozent.

Der zunehmende Wohlstand und die wachsende Bevölkerung machen das Wassermanagement in China in Zukunft noch schwieriger. Ein Regierungsvertreter warnte laut einem Zeitungsbericht davor, dass China seinen Wasserbedarf ab 2030 nicht mehr decken könne. China verfügt über ungefähr ein Fünftel der Weltbevölkerung, aber nur über sieben Prozent der weltweiten Wasserreserven.

Wegen des niedrigen Wasserstands des Gelben Flusses können auch die Wasserkraftwerke nur eingeschränkt arbeiten. Deshalb
greift China verstärkt auf die Verbrennung von Öl und Kohle zur
Stromerzeugung zurück - was den Bemühungen um eine geringere Luftverschmutzung zuwiderläuft.

kai/Reuters