China Siamesische Zwillinge vor geplanter Operation gestorben
Schanghai - Wie die verantwortlichen Ärzte heute mitteilten, sind die drei Monate alte siamesische Zwillinge tot. Huang Dongfang und Huang Dongxiang seien bereits gestern an einer Lungenentzündung gestorben, hieß es. Die Ärzte hatten geplant, einem der Jungen bei der Operation ein künstliches Herz einzusetzen.
Wie "China Daily" berichtete, waren die beiden Säuglinge kurz nach ihrer Geburt im Dezember von den leiblichen Eltern ausgesetzt worden. Sie stammten aus Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui. Die 22-jährige Mutter Huang Baojing sei nach der Geburt schwer krank gewesen und habe bis Ende Februar nichts von der Existenz der beiden Jungen gewusst, heißt es in der Zeitung.
Die siamesischen Zwillinge waren von der örtlichen Wohlfahrtsorganisation betreut und in die Obhut des Kinderkrankenhauses der Provinz Anhui gegeben worden. Hier war die lebensbedrohliche Deformation des gemeinsamen Herzens entdeckt worden. Die Säuglinge wurden daraufhin in das Shanghai East Hospital überwiesen. Hier hatten Experten in Zusammenarbeit mit Ärzten des Deutschen Herzzentrums in Berlin erste Untersuchungen vorgenommen.
Bereits im Vorfeld der geplanten Operation waren die Ärzte zu dem Schluss gekommen, dass die Säuglinge sterben würden, wenn sie nicht getrennt würden. Das deformierte Herz hätte es nicht geschafft, beide Körper zu versorgen, so die damalige Prognose.
Nur in etwa einem von 200.000 Fällen werden siamesische Zwillinge geboren. Dass die beiden chinesischen Säuglinge über nur ein gemeinsames Herz verfügten, ist Medizinern zufolge noch seltener.