Christopher Street Day in Berlin: Plüsch, Rüschen, Küsschen - DER SPIEGEL
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Christopher Street Day in Berlin Plüsch, Rüschen, Küsschen

Knappe Slips und Regenbogenfahnen: 400.000 Schwule, Lesben und Zuschauer tanzen beim diesjährigen Christopher Street Day auf den Straßen der Hauptstadt. Schwerpunkt-Thema in diesem Jahr: die Probleme von Homosexuellen in der Arbeitswelt. Viele wollen aber vor allem eins - feiern.
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Berlin/Hamburg - Es regnet in Strömen, doch die ohnehin eher spärlich bekleideten Parade-Teilnehmer strahlen trotzdem in die Kameras der Journalisten – schließlich ist Christopher Street Day in Berlin, Zeit für den alljährlichen Ausnahmezustand in der Hauptstadt.

Etwa 60 Wagen mit Tänzern und Feiernden ziehen derzeit vom Kurfürstendamm über den Potsdamer Platz in Richtung Brandenburger Tor zur Siegessäule. 400.000 Schwule, Lesben und Zuschauer zählten Polizei und Veranstalter bisher – ob verkleidet oder nicht. In diesem Jahr steht der Protestzug unter dem Motto "Vielfalt sucht Arbeit", womit auf Probleme Homosexueller in der Arbeitswelt hingewiesen werden soll.

Der Lesben- und Schwulenverband LSVD kritisiert auch die bestehende Gesetzgebung zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Mit dieser "nicht hinnehmbaren Diskriminierung muss endlich Schluss sein", sagte der LSVD-Sprecher Axel Hochrein.

Gegen Willkür, für Zivilcourage

Auch die Berliner Polit-Prominenz zieht mit: Grünen-Fraktionschefin Renate Künast etwa reihte sich direkt am Anfang der Parade ein. Bei der Abschlusskundgebung heute Abend am Großen Stern spricht auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit.

Anschließend wird dort der homosexuellen Opfer von Gewaltverbrechen und der HIV-Patienten gedacht werden. Zudem wird der Preis für Zivilcourage vergeben: Neben dem südafrikanischen Richter Edwin Cameron wird unter anderem auch die lesbische SPD-Politikerin Lissy Gröner für ihre politische Arbeit für Homosexuelle im EU-Parlament ausgezeichnet.

Mit dem Christopher Street Day erinnern Schwule und Lesben in vielen Ländern an einen Aufstand in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969, bei dem Homosexuelle gegen polizeiliche Willkür protestiert hatten.

jkr/dpa/AP