Christopher Street Day Schwül in Berlin
Berlin - Der Christopher Street Day in Berlin, die traditionelle Parade der Lesben und Schwulen, hat auch in diesem Jahr wieder mehrere hunderttausend Besucher angelockt. Das teilten die Veranstalter in einer ersten Schätzung mit. Die Polizei wollte sich nicht zu Besucherzahlen äußern.
Mit geschmückten Festwagen, wummernden Discobeats und schrill verkleideten Drag-Queens zog seit den Mittagsstunden eine bunte Karawane vom Kurfürstendamm zur Siegessäule. Dort findet am Abend die Abschlusskundgebung statt, bei der auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eine Rede halten wird. Auf einem SPD-Wagen nahm Wowereit an der Parade teil und warb dort für mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen. Auch sein Konkurrent bei der Abgeordnetenhauswahl, Friedbert Pflüger (CDU), war bei der Demonstration mit von der Partie.
Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck, einer der Preisträger des Zivilcouragepreises des Berliner CSD, forderte gleiche Rechte für Lesben und Schwule in Deutschland. Dass homosexuelle Paare zwar als Lebenspartner alle Pflichten der Ehe haben, aber beim Steuerrecht und der Beamtenversorgung weiter massiv benachteiligt werden, sei ein Skandal. Mit Blick auf das Verbot einer Homosexuellen-Parade durch die Behörden in der lettischen Hauptstadt Riga forderte er von der Bundesregierung zudem mehr Einsatz für die Menschenrechte von Lesben und Schwulen.
Mit dem Christopher Street Day (CSD) erinnern Schwule und Lesben jedes Jahr an die Polizeieinsätze gegen die Homosexuellen-Szene in New York im Juni 1969. Der Berliner CSD ist nach Angaben der Veranstalter eine der größten schwul-lesbischen Demonstrationen in Europa. 250 Polizisten waren am Samstag im Einsatz.
jaf/AFP/dpa