Chronik: Gewalt an Schulen - DER SPIEGEL
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Chronik Gewalt an Schulen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Schulen werden offenbar immer häufiger Ziele von Gewalttätern. In Deutschland und in anderen Ländern starben dabei in den letzten Jahren Dutzende von Schülern und Lehrern, viele wurden verletzt. Eine kurze Chronik der Geiselnahmen und Amokläufe an Schulen und vergleichbaren Einrichtungen:

25. Januar 1994: Ein geistig verwirrter Mann bringt im westfälischen Kallenthal-Langenholzhausen 50 Kindergartenkinder und drei Erzieherinnen in seine Gewalt. Nach zweieinhalb Stunden beendet die Polizei die Geiselnahme ohne Blutvergießen.
13. März 1996: Ein 43-jähriger Mann erschießt in der Turnhalle der Grundschule im schottischen Dunblane 16 Erstklässler und deren Lehrerin. Zwölf weitere Schüler und zwei Lehrer werden verletzt. Der Todesschütze begeht nach der Tat Selbstmord.
24. März 1998: Ein elf- und ein 13-jähriger Schüler lösen an ihrer Schule in Jonesboro (US-Staat Arkansas) falschen Feueralarm aus und richten aus dem Hinterhalt ein Blutbad an. Im Kugelhagel sterben vier Mädchen und eine Lehrerin, zehn Menschen werden schwer verletzt.
20. April 1999: Bei einem Überfall auf ihre Schule in Littleton (US-Staat Colorado) töten zwei Jugendliche mit Schusswaffen und Sprengsätzen zwölf Mitschüler und einen Lehrer. 23 Personen werden verletzt. Die Attentäter begehen nach der Tat Selbstmord. Sprengfallen erschweren die Bergung der Opfer.
9. November 1999 : Ein 15-jähriger Gymnasiast ersticht in Meißen seine 44-jährige Lehrerin vor den Augen seiner Klassenkameraden. Der maskierte Jugendliche hatte seine Tat ankündigt. Als Motiv gibt der Jugendliche Hass auf die Lehrerin an.
16. März 2000: Ein 16-Jähriger schießt im oberbayerischen Brannenburg auf den Internatsleiter und unternimmt danach einen Selbstmordversuch. Der 57-jährigen Pädagoge stirbt sechs Tage später an seinen schweren Kopfverletzungen. Die Internatsleitung hatte den Schüler am Vortag wegen "ungebührlichen Verhaltens" von der Schule verwiesen.
8. Juni 2001: Ein 37-jähriger Japaner ersticht in einer Grundschule in der japanischen Stadt Osaka acht Kinder und verletzt 20 zum Teil schwer.
13. Februar 2002: Ein mit Messern bewaffneter 17-Jähriger bringt insgesamt 13 ehemalige Mitschüler einer Hauptschule im Jüchener Ortsteil Hochneukirch fast vier Stunden in seine Gewalt. Ein Sondereinsatzkommando beendet die Geiselnahme unblutig.
19. Februar 2002: Ein Amokläufer richtet in einer Dekorationsfirma in Eching seine Waffe gezielt auf den Betriebsleiter und einen Vorarbeiter und tötet die beiden 38 und 40 Jahre alten Männer. Danach fährt der 22 Jahre alte Mann ins nahe Freising und erschießt den Direktor einer Wirtschaftsschule. Der Täter sprengt sich danach in der Schule mit einer selbst gebastelten Rohrbombe in die Luft.
26. April 2002: Im Erfurter Gutenberg-Gymnasium erschießt ein ehemaliger Schüler 13 Lehrer, zwei Schüler sowie einen Polizisten. Anschließend jagt er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Der 19-jährige Täter war wenige Wochen zuvor aus der Schule entlassen worden.