Chronik: Gewalttaten an deutschen Schulen - DER SPIEGEL
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Chronik Gewalttaten an deutschen Schulen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Schüsse eines Schülers auf seinen Lehrer im oberbayerischen Brannenburg sind der jüngste Fall einer Reihe von Gewalttaten an Schulen. Es folgen Beispiele der vergangenen Monate:

9. November 1999: In Meißen sticht ein maskierter Jugendlicher während des Unterrichts mit zwei Küchenmessern auf seine Lehrerin ein. Die Frau stirbt später an den Folgen ihrer Verletzungen. Der 15-jährige Gymnasialschüler nannte als Tatmotiv Hass.

15. November: Wenige Tage nach der Tat in Meißen drohte ein Schüler in Kamenz bei Bautzen seiner Lehrerin mit Mord. Der Junge legte seiner Französischlehrerin ein Messer auf den Tisch und sagte, ihr könne es genauso ergehen wie ihrer Meißener Kollegin.

30. November 1999: Die niederbayerische Polizei verhindert in Metten einen Doppelmord dreier Schüler an ihrer Schulleiterin und einer Lehrerin. Die 14-jährigen Hauptschüler sagten aus, sie wollten ihre Klassenlehrerin in die Beine schießen, um sie langsam verbluten zu lassen.

22. Februar 2000: Im brandenburgischen Müncheberg plant eine 16-jährige Schülerin einen Amoklauf nach dem Vorbild des Anschlags in der amerikanischen Kleinstadt Littleton. Die Jugendliche wollte sich fünf Handgranaten und eine halbautomatische Waffe beschaffen, um so viele Menschen wie möglich zu töten. In Littleton im US-Bundesstaat Colorado hatten zwei Schüler im April 1999 ein Massaker angerichtet. Sie erschossen 13 Menschen und sich selbst.

16. März 2000: In einem Internat in Brannenburg in Oberbayern schießt ein 16-Jähriger mit einer großkalibrigen Waffe auf seinen Heimleiter, der gleichzeitig sein Informatiklehrer ist. Im Anschluss daran richtete er die Waffe gegen sich selbst. Als Motiv für die Tat vermutet die Polizei Auseinandersetzungen zwischen Heimleitung und Schüler.

16. März 2000: Eine 14-jährige Internatschülerin im oberbayerischen Traunreut droht gegenüber ihrer Mutter, ihren Schulleiter zu erschießen. Hintergrund war vermutlich eine Bestrafung der Schülerin. Das Mädchen wird nach Angaben der Polizei in einer Klinik untergebracht. Eine Verbindung mit der Tat in Brannenburg bestehe nicht.