Chronik Störfälle auf russischen U-Booten
1968:
Ein sowjetisches Boot sinkt im Pazifik. In einer Geheimaktion bergen US-Spezialisten später Teile des Schiffes aus großer Tiefe.
1968: Vor der Halbinsel Kola sinkt ein sowjetisches Atom-U-Boot, wie US-Geheimdienstdokumente zeigen.
April 1970: US-Angaben zufolge sinkt ein sowjetisches, atomgetriebenes Jagd-U-Boot mit 88 Mann an Bord rund 650 Kilometer nordwestlich der spanischen Atlantikküste.
21. August 1980: Ein sowjetisches Atom-U-Boot der "Echo"-Klasse mit einer Wasserverdrängung von 6000 Tonnen gerät mit fast 100 Besatzungsmitgliedern an Bord 140 Kilometer östlich des japanischen Hafens Okinawa in Brand und funkt um Hilfe. Neun Seeleute sterben. Der Unfall wurde bisher nicht offiziell aufgeklärt.
Sommer 1983: Nach US-Geheimdienstangaben sterben 90 sowjetische U-Boot-Fahrer beim Untergang ihres Atom-U-Bootes der "Charlie"-Klasse im Nordpazifik.
3. Oktober 1986: Ein sowjetisches U-Boot der "Yankee"-Klasse wird bei einer Explosion und einem Brand während einer Tauchfahrt 1000 Kilometer östlich von Bermuda schwer beschädigt. Sowjetischen Angaben zufolge kommen drei Seeleute ums Leben. Der Rest der Besatzung wird von sowjetischen Schiffen gerettet, bevor das Schiff sinkt. Ein russischer Atomwissenschaftler geht später davon aus, dass in Folge der Beschädigung von Atomsprengköpfen Plutonium 239 in den Atlantik geschwemmt wurde.
7. April 1989: 42 Seeleute kommen beim Untergang des russischen Atom-U-Bootes "Komsomoljets", eines der modernsten seiner Klasse, in der Barentssee fast 200 Kilometer südwestlich der norwegischen Bäreninseln und 500 Kilometer westlich der nordnorwegischen Stadt Tromsö ums Leben. 27 Mitglieder der 69 Mann starken Besatzung werden gerettet. Zwei Torpedos des in Brand geratenen Bootes sind mit Atomsprengköpfen bestückt. Im April 1994 beschließen russische Experten, den Bug des untergegangenen Bootes zu versiegeln, um eine Verseuchung der Meeresregion vor der norwegischen Küste mit Plutonium zu verhindern.
26. Juni 1989: Vor der norwegischen Küste gerät ein sowjetisches Atom-U-Boot der "Echo-II"-Klasse in Brand. Aus späteren Spuren von radioaktivem Jod-131 im Meerwasser schließen Wissenschaftler, dass der Reaktor des Unterwasserbootes kurz vor der Kernschmelze stand. Offenbar wurde das Unglück durch einen Verlust des Kühlmittels im Reaktor verursacht. Eine unbekannte Zahl an Mannschaftsmitgliedern wird verletzt.
Juni 1992: Bei einer Explosion auf einem russischen Atom-U-Boot während der Instandsetzungsarbeiten im Hafen der Halbinsel Kola wird ein Marineoffizier getötet und vier weitere Besatzungsmitglieder zum Teil schwer verletzt.
November 1992: Während der Reparaturarbeiten im arktischen Hafen Murmansk brennt es auf einem russischen Atom-U-Boot.
21. März 1993: Ein russisches Atom-U-Boot der "Delta-III"-Klasse und das amerikanische Atom-U-Boot "Grayling" stoßen in der Barentssee vor der russischen Nordküste zusammen. Die Besatzungen bleiben unverletzt, die Boote werden nur leicht beschädigt.
Sommer 1993: Bei einem Unfall auf einem russischen Atom-U-Boot kommen 21 Seeleute ums Leben, zwei weitere werden verletzt. Das Marinekommando versucht den Vorfall zu vertuschen.
24. März 1994: Zwei mit Atomwaffen bestückte U-Boote der russischen Nordflotte kollidieren in der Barentssee. Es entsteht nur geringer Sachschaden.
21. September 1995: Wegen unbezahlter Rechnungen wird einem russischen Marinestützpunkt mit Atom-U-Booten auf der Halbinsel Kola der Strom abgestellt, woraufhin die Reaktoren der Boote beinahe überhitzt werden. Dies hätte eine atomare Kettenreaktion auslösen können.
17. Oktober 1996: Ein russisches Atom-U-Boot auf Patrouillenfahrt im Pazifik meldet Wassereinbruch, nachdem ein Antriebspropeller gebrochen war. Niemand wird verletzt. Das Boot kann sicher in seinen Heimathafen zurückkehren
26. Januar 1998: Bei einem Gasunfall an Bord eines russischen Atom-U-Boots verunglückt ein Marineoffizier tödlich. Vier weitere Seeleute werden schwer verletzt. Der Unfall ereignet sich auf dem Marinestützpunkt Listafjord auf der Halbinsel Kola. Bei Reparaturarbeiten an einer Gasleitung war Ammoniak ausgetreten. Radioaktive Substanzen werden bei dem Unfall nicht freigesetzt.
13. August 2000: Das russische Atom-U-Boot "Kursk" sinkt nach mehreren Explosionen auf den Meeresgrund der Barentssee. Bei dem Unglück während eines Manövers wird die gesamte 118-köpfige Besatzung getötet.
29. August 2003: Beim Untergang des russischen Atom-U-Boots K-159 in der Barentssee kommen neun Seeleute ums Leben. Das Boot war auf den Weg zur Verschrottung.
4. August 2005: Ein russisches U-Boot mit sieben Matrosen an Bord steckt auf dem Meeresboden vor der Halbinsel Kamtschatka fest.