Chronologie: Der Mordfall Pascal - DER SPIEGEL
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Chronologie Der Mordfall Pascal

Knapp drei Jahre nach dem Verschwinden des fünfjährigen Pascal hat heute der Mordprozess vor dem Saarbrücker Landgericht begonnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Insgesamt 13 Männer und Frauen sind angeklagt, den Jungen sexuell missbraucht und später getötet zu haben. Auch wegen Beihilfe müssen sich einige Mitglieder des mutmaßlichen Kinderschänderrings um die hauptverdächtige Wirtin der Saarbrückener "Tosa-Klause" verantworten.

  • 30. September 2001: Pascal verlässt gegen 16 Uhr die elterliche Wohnung im Saarbrücker Stadtteil Burbach. Abends melden ihn die Eltern als vermisst. Erste Suchaktionen beginnen.
  • 13. Oktober 2001: Die 18-jährige Stiefschwester gerät in Verdacht, Pascal im Streit getötet zu haben. Der Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehl, der fünf Tage später außer Kraft gesetzt wird.
  • 23. Februar 2003: Die Polizei meldet, dass der fünfjährige Junge vermutlich Opfer einer Kinderschändergruppe wurde und tot sei. Die Leiche soll in einer Sand- und Kiesgrube in Lothringen liegen.
  • 24. Februar 2003: Nach der Festnahme von sechs Verdächtigen fasst die Polizei sechs weitere mutmaßliche Mitglieder der Kinderschändergruppe. Sie sollen am Missbrauch und der Tötung des Jungen beteiligt gewesen sein. Die Hinweise auf Pascals Schicksal ergeben sich aus dem Fall eines Freundes, der im Alter von drei bis fünf Jahren sexuell missbraucht worden sein soll.
  • 26. Februar 2003: Einige der Mitglieder der Kinderschändergruppe gestehen laut Polizei, Pascal sexuell missbraucht und ermordet zu haben. Es gebe mehrere übereinstimmende Aussagen, dass Pascal bereits am 30. September 2001 getötet worden sei.
  • 7. März 2003: Die Hauptverdächtige Kneipen-Wirtin Christa W. bestreitet nach Angaben ihres Anwalts alle ihr zur Last gelegten Taten.
  • 13. März 2003: Die Leiterin des Saarbrücker Jugendamts und zwei Mitarbeiter müssen ihre Stühle räumen. Das Jugendamt soll Hinweisen auf die Misshandlung von Kindern im Umfeld des mutmaßlichen Kinderschänderrings nicht konsequent genug nachgegangen sein.
  • 22. April 2003: Die Polizei stellt die Suche nach Pascals Leiche in der lothringischen Kiesgrube ein: Trotz des Einsatzes von Spürhunden und Bodenradar wird kein Toter gefunden.
  • 21. Juli 2003: Die Staatsanwaltschaft erhebt eine erste Anklage: Ein 49-Jähriger soll Pascal und andere Kinder von Oktober 1999 bis September 2001 in mindestens 17 Fällen missbraucht, aber nicht ermordet haben.
  • 30. September 2003: Zwei Jahre nach Pascals Verschwinden nimmt die Polizei einen 13. Verdächtigen fest. Der 42-Jährige soll an Missbrauch und Ermordung des Jungen beteiligt gewesen sein.
  • 12. Oktober 2003: Der 49-Jährige, der am Missbrauch Pascals beteiligt gewesen sein soll, wird vom Saarbrücker Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs zu 7 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und in die Psychiatrie eingewiesen.
  • 19. Februar 2004: Die Staatsanwaltschaft gibt das Ende der Ermittlungen und Anklage gegen 13 Beschuldigte bekannt, davon sechs wegen Mordes. Den mutmaßlichen Mitgliedern des Kinderschänderringes wird ferner schwerer sexueller Missbrauch und Vergewaltigung mit Todesfolge angelastet.
  • 20. September 2004: Vor dem Saarbrücker Landgericht beginnt der Prozess gegen die 13 Angeklagten.