Chronologie Schmökels Flucht
25. Oktober:
Schmökel nutzt während eines Besuchs seiner Mutter in Strausberg die Zigarettenpause seiner beiden Pfleger zur Flucht. Er sticht einen seiner Bewacher nieder, verletzt auch den anderen und sogar seine eigene Mutter.
26. Oktober: Der Opferverband "Weißer Ring" wirft den Behörden mangelnde Sorgfalt vor und nennt es unverständlich, dass Schmökel die Klinik verlassen durfte. Die Polizei setzt Zielfahnder ein.
27. Oktober: Brandenburgs Sozialminister Alwin Ziel (SPD) beruft ein Expertengremium, das sich mit möglichen Konsequenzen des Vorfalls beschäftigen soll. In Strausberg und Umgebung werden rund 2000 Flugblätter mit einem Fahndungsfoto verteilt.
28. Oktober: CDU und CSU fordern einen besseren Schutz der Öffentlichkeit vor Gewalttätern. Die Junge Union Brandenburgs verlangt den Rücktritt Ziels, der jedoch Versäumnisse bestreitet.
29. Oktober: Sozialminister Ziel suspendiert die beiden Pfleger, gegen die wegen Pflichtverletzung ermittelt wird.
31. Oktober: Brandenburgs Ministerpräsident Stolpe (SPD) fordert eine Überprüfung des Maßregelvollzugs. Eine groß angelegte Suchaktion mit Hunden und Hubschraubern beginnt in der Umgebung Strausbergs.
1. November: Die Fahndung wird intensiviert. Die für Hinweise auf Schmökel ausgesetzte Belohnung wird von 5000 auf 50.000 Mark erhöht. Ein aktualisiertes Fahndungsfoto erscheint. Briefe, die Schmökel während seiner Flucht schrieb, tauchen auf.
2. November: In einer Bungalowsiedlung in Strausberg bei Berlin wird ein 60-jähriger Mann ermordet aufgefunden. Schmökel gesteht einem Psychologen telefonisch die Tat und gibt an, dass er sich im Raum Nisky bei Görlitz/Sachsen aufhalte. Der 38-Jährige ist jetzt mit dem grünen Pkw Hyundai seines Opfers auf der Flucht.
3. November: Brandenburgs Sozialstaatssekretär Herwig Schirmer übernimmt mit seinem Rücktritt die politische Verantwortung für Schmökels Flucht. Die Suche nach Schmökel wird international ausgeweitet.
4. November: Am Nachmittag findet die Polizei das verlassene Fluchtauto des Gewaltverbrechers in Großdubrau bei Bautzen/Ostsachsen. Der Aufenthaltsort des Sexualtäters ist aber weiterhin unbekannt.
5. November: In einem Waldstück bei Großdubrau finden Beamte ein mutmaßliches Schlaflager von Schmökel Mordverdächtigen. Zurückgelassen hat er unter anderem ein Fluchttagebuch, Luftgewehr, vier Messer, einen Schlafsack und eine geöffnete Flasche Alkohol.
6. November: Die Polizei entdeckt eine frische Feuerstelle und wertet dies als Indiz dafür, dass sich der Sexualstraftäter immer noch nahe der polnischen Grenze im Landkreis Bautzen versteckt hält. Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sagt, die Ermittler hätten "ziemlich gesicherte Informationen" über den Aufenthaltsort Schmökels.
7. November: Der seit knapp zwei Wochen flüchtige Schmökel wird im Landkreis Bautzen gefasst. Bei einem Schusswechsel wird der Gewalttäter leicht verletzt. Eine Streife der Autobahnpolizei hatte ihn zuvor zufällig erkannt.