Colorado Staatsanwälte vermuten doch Brandstiftung
Denver - Die 38-Jährige erklärte nach ihrer Festnahme, sie sei unterwegs gewesen, um das Verbot von Lagerfeuern zu überwachen und habe an einer Feuerstelle einen Brief ihres Ehemannes verbrannt. Die Flammen hätten sich dann schnell ausgebreitet. Nach Erkenntnissen der Ermittler bemühte sich die Frau darum, den Brand wie ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer erscheinen zu lassen. Über mögliche Motive der Forstangestellten wollte sich Staatsanwalt John Suthers am Mittwoch in Denver nicht äußern. Der Frau drohen bis zu 65 Jahre Haft und eine Geldstrafe von einer Million Dollar (rund eine Million Euro).
Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte Colorados. Seit seinem Ausbruch am 8. Juni verwüstete das Feuer knapp 55.000 Hektar Land und zerstörte 25 Häuser. Hitze und Wind erschwerten auch gestern wieder die Bekämpfung der Feuersbrunst. Die Temperaturen sanken aber geringfügig und auch der Wind wurde etwas schwächer, so dass die mehr als 2000 Feuerwehrleute etwas Hoffnung schöpften.
Am Dienstag hatten die Flammen nach Behördenangaben mehrere Schneisen übersprungen. Während der Brand vorher fast zur Hälfte unter Kontrolle war, waren es nach einer Schätzung des nationalen Brandzentrums in Boise (Idaho) nur noch 40 Prozent. Die Meteorologen konnten keine Entwarnung geben: In Colorado sei in den nächsten Tagen weiter mit hohen Temperaturen und unberechenbaren Winden zu rechnen.
Im Laufe des Dienstags fraßen die Flammen an der Ostflanke des Feuers zwischen Colorado Springs und Denver tausende Hektar Land. In der Nähe von Woodland Park nordwestlich von Colorado Springs wurden 2000 Einwohner zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. Insgesamt kampieren mehr als 5500 Menschen in Notunterkünften.
Der Einsatz der Brandbekämpfer wurde auch durch den Ausfall mehrerer Löschflugzeuge erschwert. Die Waldbehörde orderte den Flugstopp für alle ihre fünf verbliebenen C-130-Löschflugzeuge, nachdem eine Maschine am Montag in Kalifornien abgestürzt war. Drei Menschen kamen dabei ums Leben.