Concorde-Absturz Unbekannte brachen in Haus von Opfern ein
Potsdam - Aufmerksame Nachbarn hätten die Polizei über den Einbruch informiert, sagte der Sprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums, Geert Piorkowski, am Dienstag. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Potsdamer Neueste Nachrichten" vom selben Tag. Der Einbruch hatte bereits in der Nacht zum vergangenen Freitag stattgefunden.
Nach dem Unglück war das Ehepaar in Medienberichten als Millionäre bezeichnet worden. Ob ein Zusammenhang des Einbruchs mit der detaillierten Berichterstattung besteht, konnte Piorkowski nicht sagen.
Kriminalbeamte seien kurz vor dem Einbruch in der Wohnung gewesen, um Material zur Identifizierung der Opfer sicherzustellen, sagte der Sprecher. Die Täter brachen anschließend die angebrachten Siegel und die Tür auf. "Sie durchwühlten Schränke", sagte Piorkowski. Noch gebe es keine Hinweise zur Beute der Einbrecher. Dazu müssten die Angehörigen der Opfer befragt werden. Möglicherweise könne der Schaden erst in mehreren Tagen festgestellt werden, weil die Verwandten nicht in Potsdam lebten. Die Polizei geht Hinweisen nach, wonach zwei Personen als Täter in Frage kommen könnten.
Mehrere Hinterbliebene der Absturzopfer hatten am Montag angekündigt, dass sie gegen die Veröffentlichung von Namen, Wohnort und Fotos der Opfer durch die "Bild"-Zeitung und andere Presseorgane beim Deutschen Presserat Beschwerde einreichen wollen. Die Veröffentlichung sei ein grober Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte dieser nicht im öffentlichen Leben stehenden Personen, erklärte der Rechtsanwalt und ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum, der von einigen Hinterbliebenen beauftragt worden war.