Concorde-Katastrophe: Pilot meldete Triebwerksversagen vor dem Absturz - DER SPIEGEL
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Concorde-Katastrophe Pilot meldete Triebwerksversagen vor dem Absturz

Der Pilot der bei Paris verunglückten Concorde hat kurz vor dem Absturz ein Triebwerksversagen gemeldet. Der Schub sei offenbar zu groß gewesen, um noch zu bremsen. Direkt vor dem Start hat es noch Reparaturarbeiten an den Triebwerken gegeben.
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Paris/Hannover - Vor dem Start der bei Paris abgestürzten Concorde sind an einem der beiden linken Triebwerke technische Probleme aufgetreten. Das Triebwerk war vor dem Abheben der Maschine noch repariert worden, wie die Fluggesellschaft Air France am Mittwoch in Paris mitteilte. Dennoch brach nach Behördenangaben an diesem Triebwerk kurz nach dem Anrollen der Maschine Feuer aus. Auf Grund dieser Reparatur und wegen noch fehlender Gepäckstücke sei der Flug AF 4590 eine Stunde und sechs Minuten später als geplant gestartet.

Wie Air France weiter mitteilte, funktionierte die Schubumkehr des Triebwerks Nummer 2 nicht, als die Concorde am 24. Juli aus New York kommend in Paris landete. Ein entsprechendes Ersatzteil wurde aus einer anderen Concorde ausgebaut und der Unglücksmaschine vor dem Start eingesetzt. Die Reparatur habe 30 Minuten gedauert. Der Pilot habe die Reparatur verlangt, obwohl nach den technischen Vorschriften auch ein Start ohne Reparatur möglich gewesen wäre.

Den Angaben zufolge gab es beim Anrollen der Maschine zwischen der Besatzung und dem Kontroll-Tower einen Funkkontakt. 56 Sekunden nach der Startfreigabe habe der Tower den Piloten von den Flammen im hinteren Teil des Triebwerks informiert. Aus dem Cockpit sei eine Bestätigung mit den Worten "Defekt beim Triebwerk Nummer 2" gekommen. Zudem habe der Pilot gesagt, dass ein Startabbruch unmöglich sei.

Verkehrsminister Reinhard Klimmt war noch am Abend des Unglücks nach Paris gereist, wo er im Laufe des Tages Angehörige der Opfer getroffen hat. Für sie wurde auf dem Flughafen ein Trauerzentrum eingerichtet, in dem sich auch Ärzte bereit hielten. Im ZDF sagte Klimmt, die Untersuchung der Unglücksursache und die Identifizierung der Opfer würden längere Zeit dauern.

Mit einem Trauergottesdienst auf dem Expo-Gelände in Hannover hat die Bundesregierung der Opfer des Concorde-Absturzes gedacht. "Deutschland ist erschüttert, Deutschland ist fassungslos. Unser Respekt gilt den Toten, unser Mitgefühl den Angehörigen", sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder während einer ökumenischen Feierstunde im Christus-Pavillon. Schröder sagte, Deutschland und Frankreich seien nach dem Unglück in der Trauer vereint. "Ich denke, dass gerade hier der Ort ist, das Mitgefühl und Solidarität der Nationen zu zeigen", meinte der Kanzler unter Hinweis auf die Weltausstellung mit rund 170 teilnehmenden Staaten.

Bei dem Unglück waren alle 109 Insassen und Besatzungsmitglieder und vier Menschen am Boden ums Leben gekommen. An Bord waren neben neun Besatzungsmitgliedern 100 Urlauber, die in New York zu einer Karibik-Kreuzfahrt ablegen wollten. 96 Passagiere kamen aus Deutschland, zwei aus Dänemark sowie je einer aus Österreich und den USA. Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin, das einen Krisenstab einrichtete, kamen 42 der Opfer aus Nordrhein-Westfalen, elf aus Hessen, zehn aus Bayern, acht aus Berlin fünf aus Niedersachsen, sieben aus Hamburg, sechs aus Schleswig- Holstein sowie je zwei aus Mecklenburg-Vorpommern, Baden- Württemberg, Brandenburg und Rheinland-Pfalz.

Die Maschine war komplett vom schleswig-holsteinischen Reiseveranstalter Deilmann in Neustadt an der Ostsee gechartert worden. Firmenchef Peter Deilmann sagte am Mittwoch: "Wir sind heute noch unter dem Schock des Unglücks." Es sei "außerhalb seiner Möglichkeit, Worte zu finden".



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