Concorde: Reifen müssen extremen Belastungen standhalten - DER SPIEGEL
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Concorde Reifen müssen extremen Belastungen standhalten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Reifen der Concorde sind sehr hohen Kräften ausgesetzt. Das Fahrgestell des Überschallflugzeuges ist mit sechs Rädern ausgestattet. Zwei befinden sich am vorderen Teil, vier an den beiden hinteren Teilen des Fahrwerks. Die Reifen der knapp 200 Tonnen schweren Flugzeuge müssen bis zu 150 Grad hohen Temperaturen standhalten. Sie bestehen aus mehreren Lagen stahlverstärktem Hartgummi.

Nach Aussagen eines Pariser Experten fliegen Stahl-Gummi-Trümmer umher, wenn ein Reifen platzt. Die Trümmer könnten große Schäden anrichten, beispielsweise Risse in Tanks reißen oder Leitungen zerschlagen, wie es bei einer Reifenpanne einer Concorde-Maschine am 14. Juni 1979 beim Start in Washington passierte.

"Ein Flugzeugreifen muss vor allem die Belastung der Geschwindigkeit aushalten, aber auch die unglaublich schnelle Drehbewegung der Räder sowie die Erschütterung durch die Bodenhaftung auf der Piste", berichtete ein Mechaniker der französischen Zeitung "Liberation". Bei der Concorde mit einer Startgeschwindigkeit von bis zu 350 Stundenkilometern spielten diese Faktoren eine besondere Rolle. Die Concorde-Reifen seien deshalb mit einem Geflecht von Hartmetall, Eisen oder Stahl durchzogen.

"Bei einer solchen Geschwindigkeit, so viel frei werdender Energie ist durchaus möglich, dass sich dann, wenn ein Reifen platzt, Teile quasi wie Geschosse loslösen und beispielsweise den Tank beschädigen", erläuterte der Experte. Aber auch der Rumpf der Maschine oder die Tragflächen könnten empfindlich getroffen werden, denn die Außenteile der Flugzeuge bestünden aus relativ dünnen Aluminiumplatten.