Nach Schiffsunglück "Concordia"-Kapitän schreibt Buch
Versucht sich als Schriftsteller: Francesco Schettino
Foto: Helmut EtzkornHamburg - Der schwer beschuldigte Kapitän der havarierten "Costa Concordia", Francesco Schettino, schreibt an einem Buch und an einer Verteidigungsschrift für seinen Prozess. Das berichtete die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Mittwoch. Angeblich will ein US-Verlag das Buch des 52-jährigen Italieners aus Meta di Sorrento bei Neapel herausbringen.
Enthüllen werde er in dem Buch unter anderem seine Beziehungen zu den Offizieren des Kreuzfahrtschiffs und zu der Moldauerin Domnica Cemortan, hieß es unter Berufung auf Schettinos Umfeld. Cemortan war während der Unglücksfahrt in seiner Nähe, das hatte für Gerüchte gesorgt. Sie und auch Schettino bestritten aber später, ein Verhältnis gehabt zu haben.
In der Schrift für den Prozess will Schettino offensichtlich seine Sicht des Schiffbruchs vor der toskanischen Insel Giglio darlegen. Die Ermittler werfen dem früheren Kapitän unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie, Verlassen der "Costa Concordia" während der Evakuierung sowie mangelnde Kommunikation mit dem Hafenamt in Livorno vor. Insgesamt wird gegen neun Offiziere des Schiffs und Vertreter der Costa-Reederei ermittelt.
Das italienische Kreuzfahrtschiff war am Abend des 13. Januar zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war danach mit mehr als 4200 Passagieren und Crew-Mitgliedern gekentert. 25 Leichen wurden seither geborgen, sieben Menschen werden vermisst. Schettino und die Reederei schoben sich gegenseitig die Schuld an dem Unglück zu.