Container-Besucher Westerwelle schimpft über Gottschalk
Berlin - Der FDP-Generalsekretär hat seinen Kurzbesuch gegen Kritik von Thomas Gottschalk verteidigt. Westerwelle sagte, er habe sich damit gegen rechtsradikale Gewalttäter eingesetzt. Demokratisch gewählte Politiker dürften es "nicht rechtsextremistischen Rattenfängern überlassen, Jugendliche in ihrer eigenen Sprache anzusprechen". Der Auftritt war nach Angaben Westerwelles auch Thema am Rande einer Präsidiumssitzung seiner Partei in Berlin. Kritik habe es nicht gegeben.
Er verbat sich Kritik von "Professor Gottschalk", wonach sein Auftritt "niveaumäßig niedriger als 'Wetten, dass...?' gewesen sei." Westerwelle sagte, während er mit den Container-Bewohnern über Rechtsradikalismus diskutiert habe, hätten in Gottschalks Sendung zertretene Kaugummis unter Schuhsohlen erschnüffelt werden müssen. "Ich glaube, mein Beitrag hatte mehr Niveau," sagte Westerwelle. Gleichzeitig bedauerte er, dass sich Gottschalk außer Stande sehe, seine eigene Popularität für den selben Zweck einzusetzen.
Vier Millionen Menschen hätten die "Big-Brother"-Sendung gesehen, sagte Westerwelle: "Deren Quote ist doch nicht oben, weil ich dort hingehe." Vielmehr müsse man dort hingehen, wo die Jugendlichen seien und in ihrer Sprache mit ihnen sprechen. Es komme darauf an, sie an die Demokratie heranzuführen. Mit staatstragenden Reden erreiche man viele von ihnen nicht mehr. Für Auftritte auf Bühnen, für die sich junge Menschen interessierten, dürfe man sich nicht zu fein sein.
Westerwelle kündigte die Fortsetzung seiner Aktionen an, darunter einen Auftritt bei Comedy-Star Stefan Raab am Montagabend bei Pro Sieben.
Der FPD-Generalsekretär war der zweite prominente Politiker der Liberalen nach dem nordrhein-westfälischen FDP-Chef Jürgen Möllemann, der den "Big-Brother"-Container besuchte.