Cornwall: Flutwelle spült Dutzende Autos ins Meer - DER SPIEGEL
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Cornwall Flutwelle spült Dutzende Autos ins Meer

Es ist die größte Rettungsaktion seit Jahren: Britische Experten von Luftwaffe, Marine und Küstenwache haben damit begonnen, mehr als einhundert vom Wasser eingeschlossene Menschen im südwestenglischen Cornwall zu retten.
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London - Bis heute Mittag konnten 120 Menschen aus überfluteten Häusern und von Bäumen geborgen werden. Acht von ihnen hätten wegen Knochenbrüchen und Unterkühlung ärztlich behandelt werden müssen, berichtete ein Polizeisprecher. Viele Gebäude seien extrem einsturzgefährdet und die Lage noch immer sehr gefährlich.

Das Dorf Boscastle an der Küste von Cornwall war gestern nach heftigem Regen überschwemmt worden. Eine drei Meter hohe Welle hatte mehr als 50 Autos mit sich gerissen, zwei Häuser zum Einstürzen gebracht und zahlreiche andere unterspült. Etwa 50 Menschen wurden von Fluten und Geröll in ihren Autos eingeschlossen. Die von den Wassermassen überraschten Anwohner und viele Touristen hatten sich in Panik auf Dächer und Bäume geflüchtet.

Das Wasser sei unglaublich schnell gekommen, berichtet Urlauber Wayne Grundy: "Im ersten Moment standen die Leute noch knöcheltief im Wasser, im nächsten stand es ihnen schon bis zur Brust." Die Düsseldorferin Renate Ulrich, zurzeit auf Sprachurlaub in Boscastle, ergänzt: "Es hat furchtbar gegossen. Die Leute sagen, es hat in zwei Stunden so viel geregnet wie sonst im ganzen Monat."

Rettungskräfte evakuieren nun den Küstenstreifen auf einer Länge von 32 Kilometern. Man unternehme die größte Rettungsoperation in der jüngeren britischen Geschichte, betonte Michael Mulford, Sprecher des Koordinationszentrums der Royal Air Force. Mehr als tausend Menschen in dem Gebiet seien in Gefahr, so Mulford. Ob es bereits Todesfälle gegeben habe, ist laut Polizeiangaben schwer zu ermitteln. In der Gegend um Boscastle befinden sich zurzeit zahlreiche Touristen.