"Costa Allegra"-Passagiere: Und jetzt erst mal Urlaub - DER SPIEGEL
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"Costa Allegra"-Passagiere Und jetzt erst mal Urlaub

Sie sehen fröhlich und fidel aus: Die Passagiere des Pannenschiffs  "Costa Allegra" sind an Land gegangen - nach Tagen auf See ohne Strom. Nur wenige beklagen das unfreiwillige Abenteuer. Manche wollen nun erst mal auf Reedereikosten Urlaub auf den Seychellen machen.
"Costa Allegra"-Passagiere: Und jetzt erst mal Urlaub
"Costa Allegra"-Passagiere: Und jetzt erst mal Urlaub

"Costa Allegra"-Passagiere: Und jetzt erst mal Urlaub

Foto: AHMED JADALLAH/ REUTERS
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Victoria - Einige Passagiere applaudierten, als die "Costa Allegra" am Morgen in den Hafen von Victoria auf den Seychellen gezogen wurde. Dort hatte sich schon eine Menschenmenge zum Empfang versammelt. Das Rote Kreuz hatte etliche Zelte errichtet, um hilfsbedürftige Passagiere zu versorgen. Vertreter von amerikanischen und europäischen Regierungen waren ebenfalls vor Ort.

Tatsächlich fächelten sich viele Passagiere wegen der Hitze Luft zu, als sie die "Costa Allegra" verließen. Aber wie schlimm war ihr Martyrium wirklich? Erlebten sie, wie die meisten Beobachter vermuteten, Horrortage auf hoher See, ohne Strom, mitten in den Piratengewässern des Indischen Ozeans?

Die für die Seychellen zuständige deutsche Botschafterin in Kenia sagte über die deutschen Reisenden: "Sie scheinen aber alle gesundheitlich in guter Verfassung." Nach Angaben eines Mitarbeiters des Gesundheitsministeriums auf den Seychellen sollen sich sechs Passagiere allerdings den Arm gebrochen haben.

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"Costa Allegra": Havariertes Kreuzfahrtschiff erreicht die Seychellen

Foto: Gregorio BOrgia/ AP

Die Reederei Costa Crociere hatte den Passagieren des Pannenschiffs angeboten, einen Luxusurlaub auf den Seychellen zu verbringen - als Wiedergutmachung für die Unannehmlichkeiten an Bord. Viele Reisende wollen das Angebot wohl annehmen.

Fernsehteams aus aller Welt

Als die "Costa Allegra" anlegte, standen am Kai im Hafen Hunderte Koffer, die zuvor schon von einem anderen Schiff auf die Seychellen gebracht worden waren. Die Kreuzfahrtschiffpassagiere waren von einem großen Medienaufgebot erwartet worden. Fernsehteams aus aller Welt hatten sich in Stellung gebracht.

Die Passagiere gingen von Bord, Busse warteten mit laufenden Motoren, um die Schiffsreisenden in vorgebuchte Hotels zu bringen. Mehr als 600 Passagiere aus 25 Ländern waren auf dem Schiff, nach Angaben der Reederei waren darunter 38 Deutsche. Zusammen mit der Besatzung waren insgesamt etwa 1000 Menschen an Bord.

Am Montag war im Maschinenraum des Kreuzfahrtschiffs ein Feuer ausgebrochen. Das Schiff war manövrierunfähig und musste geschleppt werden. Ein 36-Jähriger aus Schwäbisch Gmünd berichte: "Es ging überhaupt nichts mehr. Ich habe schnell gemerkt, dass das kein kleiner Schaden war." Das Schiff habe sich nach Backbord geneigt.

Der Passagier Franz Mayer aus der Nähe von Koblenz sagte, die Besatzung der "Costa Allegra" habe Rettungsboote heruntergelassen: "Wir waren alle schon bereit, in die Rettungsboote zu gehen." Viele Reisende lobten Crew und Kapitän, sie hätten umsichtig gehandelt.

Mehr als die Hälfte der Deutschen wollen im Urlaub bleiben

Da es nach dem Brand auf dem Urlaubsschiff keinen Strom gab, mussten die Passagiere die Fahrt über dem Indischen Ozean seit Montag bei tropischer Hitze ohne Klimaanlage überstehen. Die 26-Tage-Seereise sollte eigentlich von Mauritius über Madagaskar durch den Suezkanal bis Savona in Italien führen. Die Havarie der "Costa Allegra" trifft erneut ein Kreuzfahrtschiff jener italienischen Reederei, der auch das halb gesunkene Unglücksschiff "Costa Concordia" vor der Küste Italiens gehört.

15 Deutsche gaben an, sofort die Heimreise anzutreten. "Wir haben die Passagiere gefragt, und von den 38 deutschen Gästen wollten 15 unmittelbar zurück nach Hause", sagte der Sprecher von Costa Kreuzfahrten in Deutschland am Donnerstag.

Sie fliegen voraussichtlich über Paris zurück in die Heimat. Die 23 weiteren deutschen Reisenden wollten zunächst im Urlaub bleiben. Nach Angaben der italienischen Reederei Costa Crociere hat man ihnen angeboten, bis zu zwei Wochen - die Dauer der geplanten Kreuzfahrt - auf den Seychellen zu bleiben.

nga/dapd/dpa