"Costa Concordia" Entscheidende Phase der Bergung hat begonnen
"Costa Concordia": Entscheidende Phase der Bergung hat begonnen
Foto: ALESSANDRO BIANCHI/ REUTERSGiglio - Mit dem Aufschwimmen des Wracks hat die entscheidende letzte Phase der komplizierten Bergung des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" begonnen. Techniker haben vor der Insel Giglio planmäßig angefangen, das Schiff um zunächst zwei Meter anzuheben. Das bestätigte eine Sprecherin der Reederei.
Binnen einer Woche soll der im Januar 2012 havarierte Kreuzfahrtkoloss wieder schwimmfähig gemacht werden und für den Abtransport bereit sein. "Es ist eine Operation, die noch nie zuvor durchgeführt wurde", sagte Franco Porcellacchia, Projektleiter der Reederei Costa Crociere. "Aber wir sind sehr zuversichtlich und sehen keine unüberwindbaren Risiken."
Monatelang hatte das aus Hunderten Experten bestehende Team die Aktion vorbereitet. Das 290 Meter lange Schiff soll zunächst um zwei Meter angehoben und dann 30 Meter weit aufs Meer geschleppt werden. Danach sieht der Plan vor, die 30 Schwimmkästen an den Seiten des Schiffs in ihre endgültige Position zu bringen und mit Druckluft langsam das Wasser herauszupressen.
Zum Verschrotten nach Genua
Wenn die "Costa Concordia" für den Abtransport bereit ist, wird sie nach Meinung von Experten noch gut 18 Meter Tiefgang haben - statt 30 Meter wie bisher. Nach dem Aufschwimmen sollen vier Schlepper und zehn Begleitschiffe das Wrack nach Genua bringen. Dort soll die "Costa Concordia" innerhalb von 24 Monaten verschrottet werden.
Bergung im Mittelmeer: "Costa Concordia" wird angehoben
Nach dem Aufrichten des Wracks im vergangenen September ist die nun bevorstehende Phase der zweite entscheidende Punkt der Bergung. Seit mehr als zwei Jahren arbeiten die Experten an der komplizierten und risikoreichen Operation. 32 Menschen waren ums Leben gekommen, als die "Costa Concordia" mit mehr als 4200 Personen an Bord vor der Mittelmeerinsel auf einen Felsen lief und leckschlug. Bei den Bergungsarbeiten vor der italienischen Mittelmeerinsel kam ein Taucher ums Leben.
Zuletzt waren Innenaufnahmenaus dem bislang unter Wasser liegenden Teil des Wracks um die Welt gegangen. Taucher der italienischen Polizei hatten die Filmaufnahmen angefertigt.