CSD in Köln Queerer Goldstandard
Rise and shine! Hier haben sich sechs Teilnehmer in goldene Kostüme geworfen, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 60.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und einer Million Menschen, die dem bunten Treiben zuschauen.
Ein leuchtendes Beispiel für queeren Stolz: Dragqueen Tatjana Taft hat sich als dreiarmiger Kerzenleuchter für die Pride Parade ausstaffiert. Den Kostümideen sind bei dem Umzug keine Grenzen gesetzt.
Der Minister und seine Queen: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (M.) mit Dragqueen Meryl Deep (l.) schritten Seit an Seit. Der SPD-Politiker verwies darauf, dass immer mehr Übergriffe gegen queere Menschen registriert würden und die Hassgewalt gegen sie zunehme. »Deshalb müssen wir zusammenstehen.«
Bärtig und bunt: Andreas aus Oberhausen ist beim CSD ganz in seinem Element. Party und Politik gehen bei der Veranstaltung Hand in Hand: Vor dem Start forderte der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), eine Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes. Bisher steht in dem Artikel, dass niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf.
Ein Karneval ist nichts dagegen: zwei aufwendig verkleidete Teilnehmer auf dem Kölner CSD. Der ist eine der größten Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren (engl.: LGBTIQ) Gemeinschaft in Europa. Ähnlich groß ist in Deutschland nur der CSD in Berlin.
Teilnehmer schwenken Regenbogenflaggen auf der Deutzer Brücke: Mit dem CSD wird vielerorts an Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert. Polizisten stürmten damals die Bar »Stonewall Inn« in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auf. Heutzutage steht die Polizei aber indes klar aufseiten der Demonstranten: Nach Behördenangaben sind mehrere Hundert Beamte im Einsatz, um die Versammlung zu schützen.
Neben Lauterbach reihten sich auch weitere Politgrößen ein. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (2.v.l.), sagte: »Wir merken, im Moment gibt es Faschisten und Nazis, die einen Rollback wollen.« Henriette Reker (3.v.r.), Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, sieht die Parade zum Christopher Street Day als Signal, »dass wir eben keinen Rollback machen, dass wir das, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten erreicht worden ist, noch erweitern.«
Jeder ist auf dem CSD sein eigener Star. Ein paar echte Stars konnte man in dem Trubel aber auch entdecken: Die Brüder Tom Kaulitz (l.) und Bill Kaulitz feiern auf einem Wagen mit.
Christoph Reichwein / picture alliance / dpa
Regenbogenfarben, wo man hinschaut: Selbst die Fächer, mit denen sich diese bunte Truppe auf einem Umzugswagen gegen die Hitze ausgerüstet hat, sind farblich passend. Insgesamt sollen 250 Umzugswagen durch die Straßen Kölns rollen.
Trommeln für die Rechte queerer Menschen. Die Parade stand unter dem Motto »Für Menschenrechte. Viele. Gemeinsam. Stark«.