Dalai Lama: Fragwürdiger Bericht über Date in Siebzigern - DER SPIEGEL
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Kontroverse über Bericht Wie der Dalai Lama einmal kein Date hatte

Der Dalai Lama, als Date ein Flop? Die Mutter einer Autorin will dies mit dem spirituellen Oberhaupt der Tibeter in den Siebzigern selbst erlebt haben. Nun zeigt sich: Ein schlechtes Date gab es. Aber wohl kaum mit dem Dalai Lama.
Dalai Lama: Unterstützung per Onlinepetition
Dalai Lama: Unterstützung per Onlinepetition

Dalai Lama: Unterstützung per Onlinepetition

Foto: Ashwini Bhatia/ AP/dpa
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Die Entrüstung war groß. "Wenn meine Nachfolgerin eine Frau wird, dann sollte ihr Gesicht sehr, sehr hübsch sein" - dieser Satz kam nicht von irgendeinem schmierigen TV-Moderator, sondern vom Dalai Lama. Und das spirituelle Oberhaupt der Tibeter sagte ihn nicht in einem vertraulichen Gespräch, das zufällig mitgeschnitten wurde. Sondern in einem Interview mit der BBC. Für einen selbst ernannten Feministen mutete das reichlich seltsam an.

Vor zehn Tagen erschien auf Broadly.com , einem Blog der US-Zeitschrift "Vice", ein Artikel, der zu bestätigen schien, dass der Dalai Lama ein verqueres Verhältnis zu Frauen hat. Die Autorin schrieb, ihre Mutter habe den Dalai Lama 1973 an der Uni Cambridge zu einem Date getroffen - es sei kein besonders angenehmes Treffen gewesen.

Seltsam sei der Mann gewesen, und eine Unterhaltung sei auch nicht recht in Gang gekommen. Der Dalai Lama habe weder mit Frauen plaudern noch sie anbaggern können, er sei einfach ein Plagegeist gewesen. Ihre Mutter, so die Autorin, hätten deswegen die Ansichten des Dalai Lama zu seiner möglichen Nachfolgerin nicht überrascht.

Broadly.com zeigt in dem Artikel ein Foto, das zwei Frauen - eine davon die Mutter der Autorin - und einen Mann zeigt, der der junge Dalai Lama sein soll. Die Betonung liegt auf "soll".

Denn wie auch immer man seine Äußerung im BBC-Interview findet - man kann dem Dalai Lama offenbar kaum vorwerfen, sich 1973 bei einem Date seltsam verhalten zu haben. Wie die "Washington Post" zeigt , hat sich die Mutter mit ziemlicher Sicherheit nicht mit dem Dalai Lama getroffen, sondern mit jemand anderem.

Inzwischen hat auch Broadly.com eingestanden, man könne nicht verifizieren, dass der Mann auf dem Foto tatsächlich der Dalai Lama sei. Aber die Frauen auf dem Bild würden schwören, dass er es sei. Die Überschrift wurde entsprechend angepasst.

Die "Washington Post" hat mehrere Personen kontaktiert, die sich sicher sind, dass Broadly.com sich getäuscht hat. Einer davon ist Robert Barnett, heute Direktor des Programms für Tibet-Studien an der Columbia-Universität. Er war 1973 an der Uni Cambridge und traf den Dalai Lama. Dieser sei damals 38 Jahre alt gewesen, habe eine Mönchskutte getragen und einen kahl geschorenen Kopf gehabt. Der Mann auf dem Foto sei nicht kahl rasiert, viel jünger und kleiner.

Nun wächst der Druck auf Broadly.com, die Geschichte zurückzuziehen. Es gibt inzwischen eine Onlinepetition  dafür.

Und auf Twitter machen sich Leute über den Artikel lustig - indem sie Fotos von Personen in das Bild hineinmontieren, die so gar keine Ähnlichkeit mit berühmten Persönlichkeiten haben:

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