Dammbruch: Helikopter retten Hunderte aus Grand Canyon - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Dammbruch Helikopter retten Hunderte aus Grand Canyon

Dramatische Rettungsaktion: Nach heftigen Regenfällen im US-Bundesstaat Arizona sind 400 Menschen per Hubschrauber aus dem Grand Canyon evakuiert worden. Sie konnten unverletzt in Sicherheit gebracht werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Los Angeles - "Wie ein Güterzug" hätten die tosenden Fluten geklungen, berichtete die 23-jährige Emily Gerlick aus Phoenix der Zeitung "Arizona Republic". Sie sei mitten in der Nacht aufgewacht und habe festgestellt, dass ihr Zelt von Wasser umspült wurde. Der Bruch des Redland-Dammes, eines großen Erdwalls im Grand Canyon, hatte am Sonntag zu heftigen Überschwemmungen geführt.

Fünf Helikopter der Nationalgarde von Arizona waren im Einsatz, um die etwa 400 Bewohner des Dorfes Supai am unteren Ende des Canyons zu evakuieren. Unter ihnen befanden sich der Nationalparkverwaltung zufolge zahlreiche Angehörige des Havasupai-Indianerstamms. Auch 75 Camper seien vor den Fluten gerettet worden, hieß es. Eine Gruppe von 16 Raftern war beim Wildwasserfahren auf einem Felsvorsprung gestrandet und konnte von dort abtransportiert werden. Die Geretteten wurden in einer Notunterkunft des Roten Kreuzes in Peach Springs, rund 100 Kilometer von Supai entfernt, versorgt. Verletzt wurde niemand.

Auch Berichte über Sachschäden lagen zunächst nicht vor. Die Rettungskräfte wollten am Montag nach weiteren Vermissten in dem Gebiet suchen. Supai ist schwer zugänglich und normalerweise nur mit dem Pferd oder zu Fuß zu erreichen. Seit Freitag waren in der Gegend bis zu 20 Zentimeter Regen gefallen.

Der Grand Canyon in der Wüste von Arizona ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der USA. Das Naturwunder zieht jährlich Millionen Touristen an. In dem Dorf Supai befinden sich die berühmten Havasu-Wasserfälle, eine der Hauptattraktionen der Gegend.

ala/AFP/Reuters