Dammbruch in Bitterfeld: Fluten bedrohen Chemiewerk - DER SPIEGEL
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Dammbruch in Bitterfeld Fluten bedrohen Chemiewerk

Hunderte von Helfern versuchen im sachsen-anhaltinischen Bitterfeld das Wasser zu stoppen, bevor es die Stadt erreicht. Nach einem Dammbruch auf einer Länge von 500 Metern strömen die Fluten aus dem Fluss Mulde unaufhörlich weiter. Auch der Pegel der Goitzsche steigt dramatisch an.
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Bitterfeld - Die Hochwassersituation in Bitterfeld hat sich heute Vormittag deutlich zugespitzt. Das Wasser der Goitzsche hat den in der Nacht eilig errichteten Notdeich aus zehntausenden Sandsäcken erreicht. An einigen Stellen laufen bereits größere Mengen Sickerwasser in die tiefer gelegenen Gebiete. Es wird fieberhaft an der weiteren Verstärkung des Behelfsdeichs gearbeitet. Mehrere hundert Menschen schichten weitere Sandsäcke auf. Im Minutentakt rollen schwere Lastwagen an, um den Deich zwischen der Mulde und dem Goitzschesee zu sichern und so ein weiteres Volllaufen des Sees zu verhindern.

Allerdings wird die Zufahrt zu den betroffenen Abschnitten wegen des bereits eingedrungenen Wassers immer schwieriger. Sollte der Notdeich nicht halten, würde das Wasser aus der Goitzsche auf einer Breite von mehreren hundert Metern ins Stadtgebiet laufen. Nach Angaben des Katastrophenstabes sind sechs von zehn Stadtteilen in Bitterfeld evakuiert worden. Allerdings halten sich noch zahlreiche Menschen in den Gebäuden auf.

In der Nacht waren die Helfer mit dem Versuch gescheitert, den Bruch im Damm zwischen Mulde und Goitzsche mit Sandsäcken zu schließen. Sollte das Wasser nach Bitterfeld vordringen, sei auch das Bayer-Chemiewerk bedroht, sagte der Sprecher.

Die Evakuierung der Stadt läuft seit 1 Uhr in der Nacht auf Hochtouren. Rund die Hälfte der 16.000 Bewohner sei in höher gelegene Gebiete in Sicherheit gebracht worden, teilte eine Sprecherin des Katastrophenstabes am Freitag mit.

Unterdessen treffen beim Krisenstab immer mehr Freiwillige ein, die bei den Sicherungsarbeiten helfen wollen. Hilfsdienste aus dem gesamten Umland sind in Bitterfeld an der Arbeit.

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