Dammbruch: Neue Überflutungen in New Orleans - DER SPIEGEL
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Dammbruch Neue Überflutungen in New Orleans

Neue Gefahr für New Orleans: Nachdem die Dämme gerade notdürftig abgedichtet wurden, bedrohen jetzt wegen des Hurrikans "Rita" neue Fluten die Stadt. Der erste Deich ist bereits gebrochen.
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New Orleans - Erste Regenausläufer des Hurrikans "Rita" hatten am Morgen New Orleans erreicht - und das, was die Helfer am meisten gefürchtet hatten, trat ein: In der Stadt, die erst vor knapp vier Wochen vom Wirbelsturm "Katrina" verwüstet wurde, brach erneut ein Damm. Betroffen ist der am tiefsten gelegenen Stadtteile, Ninth Ward. Auf rund neun Meter Breite strömt jetzt das Wasser wieder in den Stadtteil.

Der Pegel steigt schnell, Dutzende Häuserblocks stehen bereits unter Wasser. Der Deich liegt am Industrial Canal. Auf der Straße, die parallel zum Deich verläuft, steht das Wasser hüfthoch. "Unsere schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden", sagte Barry Guidry von der Nationalgarde.

Pioniere des US-Heers bemühen sich, die durch "Katrine" beschädigten Deiche zu befestigen. Zunächst wurde die Suche nach den noch nicht geborgenen Toten der ersten Katastrophe eingestellt.

Hurrikan "Rita" brauste weiter mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde auf die texanische Küste zu. Neue Prognosen der Meteorologen brachten Hoffnung für Houston und Galveston, die bisher auf der Route des Hurrikans lagen. Mindestens 90 Prozent der 58.000 Einwohner von Galveston haben die Stadt inzwischen verlassen.

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Angst vor "Rita": Staus, Chaos, Hamsterkäufe

Foto: REUTERS

Die Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, gab jenen, die nicht ihre Häuser verlassen wollten, einen drastisch klingenden Rat: "Sie sollten sich vielleicht ihre Sozialversicherungsnummer mit wasserfester Tinte auf den Arm schreiben."

Im Laufe des Tages soll "Rita" auf die US-Küste von Port O'Connor in Texas bis Morgan City in Louisiana treffen. Am meisten gefährdet waren Beaumont und Port Arthur, zwei Städte mit Ölindustrie 120 Kilometer östlich von Houston. Es könnte eine Flutwelle von bis zu sechs Metern geben.

Hurrikan "Rita" hat einen in den USA noch nie da gewesenen Flüchtlingsstrom ausgelöst. Hunderttausende in Texas und Louisiana saßen allerdings stundenlang auf den Highways in Richtung Norden fest; zeitweise kam die Blechkarawane nur 100 Meter die Stunde voran. Bei Dallas kamen mindestens 24 Menschen ums Leben, als ihr Bus in Flammen aufging. Nach Angaben der Polizei könnte von den älteren Fahrgästen benutzter Sauerstoff das Feuer angefacht haben.

Angesichts von 87 petrochemischen Betrieben in der Region warnten Umweltschützer vor der Gefahr einer gewaltigen Ölpest. Die Betriebe fuhren die Produktion herunter. Die Arbeiter der Ölbohrplattformen im Meer wurden an Land gebracht. Der Direktor der Umweltorganisation Friends of the Earth, Tony Juniper, warf US-Präsident George W. Bush vor, die Augen vor der Botschaft der Natur zu verschließen.

Die Häufung und zunehmende Stärke von Wirbelstürmen sei "höchst wahrscheinlich eine Folge des von Menschen verursachten Klimawandels". Es sei höchste Zeit, dass sich die Regierung Bush dieser Bedrohung des gesamten Planeten stelle.

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