Gestorben Daniel Marzona, 55
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Der Berliner Galerist war schon wegen seiner Zurückhaltung ein untypischer Vertreter seiner Branche. 2018 erhielt er einen Preis, weil sich auch die von ihm präsentierten Werke »schneller, modischer Vermarktung verweigern«. So schien er eher Vermittler als Verkäufer zu sein, obwohl er in die Welt des Kunsthandels hineingeboren worden war. Sein Vater Egidio Marzona handelte mit Kunst, sammelte sie allerdings noch lieber, gründete außerdem einen Verlag. Der Sohn begann ein Soziologiestudium, wechselte zur Kunstgeschichte und der ihm nicht minder wichtigen Philosophie. Seine Karriere begann er als Kurator in New York, später eröffnete er einen eigenen Fachverlag.
Schließlich wurde er zum wichtigen Namen des Marktes, leitete die Berliner Dependance einer renommierten rheinischen Galerie, bevor er sich vor zehn Jahren mit einer eigenen Adresse selbstständig machte und dort vor allem minimalistische Kunst anbot. Zuletzt arbeitete er an einem unkommerziellen Projekt, das jedoch große Bedeutung für das Land und seine Familie haben dürfte: Anfang Mai eröffnen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einem barocken Palais das Archiv der Avantgarden, das eine Hommage an seinen Vater ist. Enthalten sind Kunstwerke und Archivalien zur Geschichte moderner Strömungen, die Egidio Marzona den Dresdnern geschenkt hat. Daniel Marzona gehörte dem Beirat des Archivs an. Die Kunstsammlungen wiesen jetzt darauf hin, wie wichtig sein »empathisches Engagement« gewesen sei. Daniel Marzona starb am 22. April in Italien an einem Schlaganfall.