Darmstadt Häftling ersticht Mitgefangenen
Darmstadt - Die Tat ereignete sich heute Morgen zwischen 8 und 9 Uhr. Trotz sofortiger ärztlicher Versorgung gab es für den 33-jährigen Russlanddeutschen keine Rettung mehr - er starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Rund 200 Gefangene befanden sich zu der Zeit auf dem Hof. Als tatverdächtig gelten bislang zwei Georgier. Eine Sprecherin des Justizministeriums betonte, es lägen allerdings keine Erkenntnisse vor, dass es vor der Auseinandersetzung bereits Spannungen unter den Beteiligten gegeben habe.
Die Grünen im hessischen Landtag verlangten Aufklärung vom Justiziministerium, wie "solch gefährliche Stichwaffen" in das Gefängnis gelangen konnten. Sowohl das Opfer als auch die Tatverdächtigen waren dem Ministerium zufolge in unterschiedlichen Hafthäusern der JVA untergebracht. In allen drei Hafthäusern gab es nach Angaben der Sprecherin in den vergangenen Monaten Zellendurchsuchungen.
Der Tod des 33-Jährigen reiht sich ein in eine Reihe schwerer Zwischenfälle in hessischen Gefängnissen in den vergangenen anderthalb Jahren: So stach im April 2005 ein psychisch verwirrter Häftling in der JVA Wiesbaden einen Wärter nieder und verletzte diesen lebensgefährlich. Im folgenden Juli wurde in der JVA Kassel ein Insasse von drei Mitgefangenen misshandelt und vergewaltigt. Ebenfalls im Juli strangulierte in der Haftanstalt Weiterstadt ein Häftling einen Zellengenossen und tötete sich anschließend selbst.
str/ddp