Dauerfrost Temperatur fällt auf minus 34,6 Grad
Leipzig - Die Polarkälte hat am heutigen Donnerstagmorgen die Tiefsttemperatur in Deutschland erneut absacken lassen. Das Frostloch lag in den bayerischen Alpen. Der Wetterdienst Meteomedia maß am Funtensee um zehn Uhr minus 34,6 Grad.
Sternenklarer Himmel, trockene Luft und fast vollständige Windstille führten auf einer nahezu geschlossenen Schneedecke zu dem Temperatursturz. Weihnachten 2001 wurde dort mit minus 45,9 Grad Celsius die tiefste Temperatur in Deutschland gemessen. Der zweitkälteste Wert in dieser Nacht lag in Mähring im Oberpfälzer Wald. Dort waren es minus 20,7 Grad.
In Teilen Bayerns und in einem Streifen von Weimar über Halle nach Berlin lag die Temperatur unter minus 15 Grad. In der Wetterstation in Berlin-Eiskeller zeigte das Thermometer minus 16,8 Grad an. Vom Osten zum Westen Deutschlands war es milder. Zwischen Saarland und Nordsee lag die Tiefsttemperatur verbreitet bei minus 3 bis minus 8 Grad. Auf Helgoland war es mit 1,4 Grad in der Nacht am mildesten.
In Igel bei Trier wurde die Kälte einer obdachlosen Frau zum Verhängnis. Die 58-Jährige erfror in der Nacht zu Mittwoch in ihrem Zelt, wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte. Zusammen mit einem 43-Jährigen lebte sie bereits seit mehreren Jahren in der Behausung, die sie an der Mosel aufgeschlagen hatten. Offenbar war die Frau nicht witterungsgerecht ausgerüstet. Ein Angebot eines Igeler Hoteliers, die Kälteperiode in einem von ihm kostenlos zur Verfügung gestellten Zimmer zu verbringen, hatte die Obdachlose zuvor abgelehnt.
Bei einem ICE auf dem Weg von Berlin nach Hannover sind am Mittwochabend die Bremsen festgefroren. Der Lokführer habe den Zug nach einem Hinweis des Computers gestoppt, sagte ein Bahnsprecher. Der Lokführer habe dann alle Bremsen des ICE von Hand überprüfen und lösen müssen. Anschließend rollte der Zug in den nächsten Bahnhof.
Die rund 300 Fahrgäste hätten den Zug in Immensen nahe Lehrte (Region Hannover) verlassen. Sie konnten ihre Fahrt nach Hannover etwa zwei Stunden später mit einem anderen ICE fortsetzen, hieß es.
Auch auf den Straßen ging es erneut turbulent zu. Ein Lkw-Unfall hat im Feierabendverkehr am Mittwoch auf der A14 bei Döbeln (Mittelsachsen) einen bis zu 14 Kilometer langen Stau verursacht. Ein Lastwagen mit Anhänger war auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten und hat die Unfallstelle stundenlang blockiert.
Die eisige Kälte hat nun auch den größten See in Deutschland - die Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte - zufrieren lassen. "Wir haben auf den vier Mecklenburger Oberseen Eisstärken zwischen vier und zehn Zentimetern gemessen", sagte Olaf Schatzki vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt in Waren am Donnerstag. Zum Schlittschuhlaufen sei das Eis aber noch zu dünn und auch nicht glatt genug.