David Fineberg - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: David Fineberg

Der 39-jährige US-Professor der Medizin und Erfinder über seinen OP-Simulator
• aus DER SPIEGEL 37/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Herr Fineberg, was muss man sich unter einem OP-Simulator vorstellen?

Fineberg: Mein Ziel ist es, aus Kunststoff und Silikon einen ganzen Körper nachzubilden, an dem Studenten Eingriffe simulieren können. Die Organe sehen echt aus, die Leber beispielsweise ist weich und beweglich, und sie blutet, wenn man sie aufschneidet. Diese künstlichen Organe sind zum Üben besser geeignet als echte, in Alkohol eingelegte Körperteile. Außerdem bauen wir in alle Organe Sensoren ein, angeschlossen an ein spezielles Computerprogramm.

SPIEGEL: Wozu der Computer?

Fineberg: Unser Programm funktioniert wie ein Flugsimulator: Während der Operation erscheint die zu operierende Stelle auf einem Bildschirm, alle Details, Körperflüssigkeiten oder Blutgefäße, werden virtuell dargestellt. Zusätzlich sorgt der Computer für die typische OP-Akustik, das Piepen der EKG-Maschinen oder das Geflüster von Assistenten. Die stressige Atmosphäre ist nicht zu unterschätzen. Die meisten Fehler, die heute von jungen Ärzten gemacht werden, können durch unseren Simulator verhindert werden. Die Studenten sind besser auf die Realität vorbereitet.

SPIEGEL: Wie weit sind Sie mit Ihrer Entwicklung?

Fineberg: Als Erstes haben wir die Milz kopiert. Die Milz ist ein vergleichsweise isoliertes Organ, daher einfach nachzubauen. Sie ist so gut wie perfekt. Aber auch mit unserer Leber, Bauchspeicheldrüse, Bauchhöhle bin ich sehr zufrieden.

SPIEGEL: Fühlen Sie sich als eine Art Silikon-Gott?

Fineberg: Nein, ich spiele nicht in Gottes Liga. Ich bin nur eines seiner Kinder, das lange nach einem Weg gesucht hat, das Fach Anatomie lebendig zu machen.

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