Defektes Boot: Freilassung von Geiseln in Malaysia gescheitert - DER SPIEGEL
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Defektes Boot Freilassung von Geiseln in Malaysia gescheitert

Die von der malaysischen Urlaubsinsel Sipadan verschleppten Touristen sind nach Polizeiangaben in drei Gruppen aufgeteilt worden. Die Malaysier unter ihnen sollten freigelassen werden - weil der Motor ihres Bootes ausfiel, mussten sie umkehren. Jetzt wollen die Behörden einen Kontakt zu den Geiselnehmern vorbereiten.
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Manila - Die Entführer sollen sich mit den Geiseln auf der Insel Jolo im südphilippinischen Sulu-Archipel zwischen mehreren Orten hin und her bewegen, sagte der Polizeichef der Provinz, Candido Casimiro, am Donnerstag. "Uns liegen keine Berichte über ihren Gesundheitszustand vor, obwohl wir wissen, dass sie wohlauf sind." Möglicherweise gebe es inzwischen Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln.

Der als Vermittler eingesetzte ehemalige Rebellen-Anführer und derzeitige Regierungschef einer halbautonomen Moslem-Region im Süden der Philippinen, Nur Misuari, sagte am Donnerstag, die zehn Malaysier unter den insgesamt 21 Geiseln hätten freigelassen werden sollen. Dies sei aber gescheitert, weil der Motor ihres Bootes ausgefallen sei, als sie auf dem Weg ins südmalaysische Sabah gewesen seien. Der Zeitung "Sun" zufolge wurden die Malaysier getrennt von den elf ausländischen Touristen, unter ihnen drei Deutsche, festgehalten.

Misuari nannte keine Einzelheiten, wann der Versuch der Freilassung stattgefunden habe. "Aber die malaysische Regierung ist nicht glücklich darüber. Sie will, dass alle Geiseln gerecht und gleich behandelt werden", sagte Misuari. Getrennte Verhandlungen für seine Landsleute wolle die Regierung in Kuala Lumpur nicht

Unterdessen bereiten die Behörden eine erste Kontaktaufnahme zu den Entführern vor. Misuari wird dafür in der südlichen Sulu-Provinz erwartet. Die Entführer fordern umgerechnet rund 1,5 Millionen Mark Lösegeld.

Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Sulu, Abdusakur Tan, überwachten Geheimdienst-Offiziere, wohin sich die Kidnapper mit ihren Geiseln bewegten. Überdies habe er eigene Unterhändler entsandt, darunter den Onkel einer der Entführer.

Die Urlauber waren am Ostersonntag auf der Insel Sipadan vor der Ostküste Borneos überfallen worden. Die als Polizisten getarnten Geiselnehmer hatten die Touristen beim Abendessen überrascht und sie mit Waffengewalt gezwungen, in zwei Schnellboote zu steigen. Am Mittwoch waren die Geiseln auf dem Sulu-Archipel aufgespürt worden.