Demonstration: Proteste gegen "Milosevic-Boulevard" - DER SPIEGEL
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Demonstration Proteste gegen "Milosevic-Boulevard"

In Serbiens zweitgrößter Stadt Novi Sad haben rund 5.000 Menschen gegen Pläne demonstriert, eine Straße nach dem früheren serbischen und jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic zu benennen. Sie forderten stattdessen einen Straßennamen zum Gedenken an seine Opfer.
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Novi Sad - Die Initiative für den "Milosevic-Boulevard" kam von
Vertretern der Sozialistischen und der ultranationalistischen Radikalen Partei, die den Stadtrat von Novi Sad kontrollieren. Milosevic, der sich vor dem Haager Tribunal als Kriegsverbrecher verantworten musste, war am 11. März noch vor dem Ende des Verfahrens an einem Herzanfall in den Niederlanden gestorben. Ihm wurde vorgeworfen, den Krieg in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo angefacht zu haben. Den Ultranationalen in Serbien gilt Milosevic, der das Land in den neunziger Jahren mit harter Hand regierte, noch immer als Held.

"Diese Straße sollte 'Boulevard der Opfer von Milosevic' heißen", verlangten die Demonstranten auf Transparenten. Die Protestler waren zum größten Teil Anhänger der Demokratischen Partei des ermordeten serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic. Der Reformer, der im März 2003 von einem Heckenschützen getötet worden war, hatte entscheidend zum Ende der Ära Milosevic im Jahr 2000 beigetragen.

Djindjics mutmaßliche Mörder stehen seit Ende 2003 in Belgrad vor Gericht. Der Prozess war aber immer wieder ins Stocken geraten. Heute reichte der Vorsitzende Richter seinen Rücktritt ein. Gründe dafür wurden nicht genannt.

kai/AP/Reuters