Denkmale Ein Abwasserkanal für Lady Di
London - Die Kommentatoren der britischen Presse sind sich ziemlich einig. Über das geplante Diana-Denkmal wird höhnisch hergezogen. Früher habe man Denkmale wie die Nelson-Säule auf dem Trafalgar Square gebaut, schreibt die "Daily Mail", "jetzt bauen wir Gräben". Unter 58 Vorschlägen hatte der eines Denkmalbrunnens das Rennen gemacht. Allein, wie der Brunnen ausfallen soll, will nicht gefallen. "Schlossgraben ohne Schloss", "nationales Nichts" oder "Plantschbecken" lästern die Briten. Die "Sun" titelte: "Diana-Brunnen sieht aus wie ein Abwasserkanal."
Selbst der konservativen "Times" ist der Brunnen nicht gut genug. Dieses Denkmal werde Diana vollends in Vergessenheit geraten lassen. Dafür wäre das Projekt der amerikanischen Architektin Kathryn Gustafson freilich viel zu teuer. Drei Millionen Pfund (4,7 Millionen Euro) soll die Anlage im Hyde Park kosten.
Das britische Kulturministerium hatte am Vortag nach fast fünfjährigen Auseinandersetzungen um das richtige Denkmal die nun ausgewählte Version vorgestellt. Auch Vivienne Parry, einer Freundin der 1997 in Paris tödlich verunglückten Diana gefällt die Entscheidung der Jury nicht: "Zwei Bäche in einem Steinring" seien "absolut bedeutungslos". Diana sei eine britische Heldin gewesen, und was man hier vorfinde, sei etwas, worüber man stolpert, bevor man es überhaupt bemerkt habe.