BILDBÄNDE Der Aufsteiger
Wo hätte er diesen erstaunlichen Stahlkoloss hinstellen können - dieses Monstrum aus 18 038 Einzelteilen und zweieinhalb Millionen Nieten, so schwer wie 17 000 ordentlich große Droschkengäule? Paris, ein anderer Standort als die erstaunlichste Stadt der Welt kam ja gar nicht in Frage, damals war Paris auf dem Gipfel des Ruhms, und Gustave Eiffel stellte zur Weltausstellung, 1889 war's, der Stadt den passenden Turm hin. Das Buch zum Turm nun, entsprechend gigantisch, veröffentlicht der Taschen-Verlag, inzwischen berüchtigt für Supersize-Formate. Es ist der Reprint jenes Werks, das Eiffel damals selbst in bescheidener Auflage herausgab, ergänzt um Vorwort und Begleittext. Wie der Turm ist auch die Hommage ein Monstrum geworden, aufgeklappt 75 mal 53 Zentimeter groß, 160 Seiten, schweres Papier, mit Fotos und rund 4300 technischen Zeichnungen. Die Details illustrieren den Entwurfsprozess und vermitteln ein Gefühl
dafür, wie sehr Monsieur l'ingénieur seiner Zeit voraus war - jener Aufsteiger, der auch Brücken und das Innengerüst der Freiheitsstatue konzipierte und der Metall als Baustoff für die Nachwelt entdeckte. Von Eiffels Rausch über die Veränderbarkeit der Welt erzählt dieses Buch im XXL-Format.
Gustave Eiffel: »La Tour de 300 Mètres«. Begleittext von Bertrand Lemoine in acht Sprachen. Taschen-Verlag, Köln; 160 Seiten; 99,99 Euro.