Michael Buholzer / EPA
Für die Menschen im schweizerischen Brienz ist es eine Katastrophe in Zeitlupe: Seit Jahrtausenden bewegen sich riesige Felsmassen oberhalb des Ortes im Kanton Graubünden unaufhaltsam talabwärts, doch in diesem Jahr rutscht der Berg so schnell wie noch nie. Forschende beobachten den Hang mit modernsten Messinstrumenten, doch warum das Gestein sich ausgerechnet jetzt löst, bleibt unklar. Womöglich haben Niederschläge in den Vorjahren den Boden zusätzlich gelockert. Weil Millionen Kubikmeter Geröll den Ort bereits im Mai zu verschütten drohen, werden vorsichtshalber alle Bewohner evakuiert.
Rund einen Monat später geht dann tatsächlich in der Nacht ein gewaltiger Schuttstrom ab. Stundenlang herrscht Ungewissheit, welche Schäden die Lawine angerichtet hat, dann ist klar: Die Erdmassen haben nur wenige Meter vor den ersten Gebäuden Halt gemacht. Brienz bleibt bewohnbar. Vorerst zumindest.
Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Version dieses Textes wurde fälschlicherweise mit einer vermeintlichen Korrektur versehen, die Brienz dem Kanton Bern zurechnet. Tatsächlich liegt sie aber im Kanton Graubünden, wie ursprünglich in diesem Text geschrieben. Wir haben diese Anmerkung daher korrigiert.